„Mut zur Verlangsamung“

Daniel Swarovski wehrt sich gegen schnellen Konsum. Schnell darf nur das Elektroauto sein.

Brixlegg –Immer mehr, immer billiger, und das immer schneller. Damit kann sich Daniel Swarovski überhaupt nicht identifizieren. Im Gegenteil. Der Swarovski-Spross, der einst in der Optik-Sparte des Konzern tätig war, will „Mut zur Verlangsamung machen“.

Dem unkonventionellen Unternehmer, der Baskenmütze und Strickpullover dem Anzug mit Schlips vorzieht, ist es ein Anliegen, dass sich die Menschen wieder mehr Zeit für sich, für die Familie, für die Freunde nehmen. „Damit sie nicht mehr Opfer der Alltagshektik sind, und eines Systems, das verlangt, ständig das Neueste zu tragen“, erklärt Swarovski, der das von der Industrie geprägte Konsumverhalten sehr kritisch sieht. Dem Kauf von T-Shirts um drei Euro bei Billigketten kann er nichts abgewinnen. „Da zahlt man letztlich drauf. Mit seiner Gesundheit, weil die Pestizide von der Kleidung über die Haut ins Blut gelangen und mit der Gesundheit der Natur“, meint er und ist überzeugt: „Durch den schnellen Konsum leidet die Natur, leiden die Tiere.“

Dass er damit in Wirtschaftskreisen als „Öko“ verschrien ist, weiß er. „Aber das bin ich nicht. Ich habe und lebe diese Werte. Aber nicht militant“, betont er. Und ohne Birkenstockschuhe, sondern trendig. So wie seine Marke Ready For Nature. Vor fünf Jahren eröffnete der Naturliebhaber in Brixlegg sein Geschäft. Neben Outdoor-Mode bekannter Marken, die aus Bio-Baumwolle oder recycelten Plastikflaschen besteht, hat Ready For Nature auch eine eigene pestizidfreie Bekleidungslinie aus Bio-Baumwolle, die in Izmir produziert wird.

Gestern hat Daniel Swarovski zum großen „E-Day“ am Firmenareal geladen. 15 Austeller präsentierten ihre mit Strom betriebenen Fahrräder, Motorräder und Autos und luden zu Probefahrten ein. Das Interesse war groß. Vor allem am Tesla Modell S – ein Sportwagen, der in 3,5 Sekunden auf 100 beschleunigt und der eine Reichweite von 500 km hat. Auch Daniel Swarovskis Elektromobil, ein Renault Twizy, konnte bewundert werden. „Damit kann ich um ca. einen Euro 100 km weit fahren“, erklärt sein Besitzer und verrät, dass in seiner Garage bald ein weiteres Elektrofahrzeug Einzug halten wird. Die Liebe zur Natur und die Begeisterung für Elektromobilität teilt er übrigens mit seinem Vater Gerhard. „Wir tauschen Ideen aus und er unterstützt uns sehr.“ (ad)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte