UNHCR verlangt offene Grenzen für syrische Flüchtlinge

Flüchtlinge aus Syrien würden auf ihrem Weg teils „auf gefährliche Weise“ behindert, kritisiert das Flüchtlingshochkommissariat. Die Organisation bezieht sich unter anderem auf Berichte, wonach ein Schiff mit Syrern vergangene Woche von der libyschen Küstenwache beschossen wurde.

Genf – Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat offene Grenzen und sichere Passagen für Flüchtlinge aus Syrien verlangt. UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming sprach am Freitag in Genf von „beunruhigenden“ Nachrichten, dass ein Flüchtlingsschiff vergangene Woche von der libyschen Küstenwache beschossen worden sei. Teils würden syrische Flüchtlinge auf ihrem Weg „auf gefährliche Weise“ behindert.

Nach UNHCR-Angaben gelangten seit Jänner bis Ende September 7557 syrische und palästinensische Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Italien, allein seit Anfang August seien es 6233 gewesen. Die meisten syrischen Flüchtlinge versuchten von Italien aus in andere europäische Länder weiterzureisen, um dort Asyl zu beantragen.

Besorgt äußerte sich die UN-Organisation über eine steigende Zahl unbegleiteter Kinder auf der Flucht. Weil die Kosten für eine Reise 2000 bis 5000 US-Dollar (etwa 1500 bis 3600 Euro) betragen könne, schickten manche Familien ihre Kinder alleine oder vertrauten sie Verwandten oder Freunden an. Weiter bekundete das Hilfswerk Sorge über die Inhaftierung von rund 590 Syrern in Ägypten, unter ihnen 84 Kinder. Ägypten müsse neben den Haftgründen auch die genauen Zahlen und die Haftumstände offenlegen und rechtlichen Beistand sicherstellen. (APA)

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