Tiroler zünden BMW-Turbo

Bei der nationalen Fahrpräsentation des neuen X5 verließ sich der süddeutsche Autobauer auf das Geschick von sechs Studenten der Fachhochschule Kufstein.

Von Markus Höscheler

Innsbruck, Kufstein –Langweilig war dem Sextett nicht, das Angebot einer zusätzlichen Beschäftigung, eingefädelt von Philipp Gamper, konnte es dennoch nicht ausschlagen. Gamper unterrichtet an der Fachhochschule Kufstein und arbeitet gleichzeitig für BMW Austria. Und so entstand die Idee, dass Teilnehmer des berufsbegleitenden Lehrgangs für Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement ein Konzept für die Durchführung einer nationalen Fahrzeugpräsentation entwickeln sowie für deren Durchführung verantwortlich sein sollten.

Was die Studenten noch nicht ahnten: Die BMW- Zentrale in München schaltete sich ein und verlangte nach einer Erweiterung der Veranstaltung, um den X5 auch Journalisten aus Zentral- und Südosteuropa vorstellen zu können. Das war aber nicht die einzige Herausforderung, die sich den Fachhochschülern stellte: „Wir kümmerten uns um Hotelbuchung, die Streckenauswahl, die Einladung der Teilnehmer, das Catering, die Menüauswahl und die Fahrzeuglogistik“, berichtet Projektleiterin Martina Unterberger. „Das passierte natürlich alles in Abstimmung mit BMW Austria.“

Die ersten Arbeiten begannen im Frühjahr, richtig los ging es im darauf folgenden Sommer – und da war es besonders knifflig. „Wir mussten sechs Studenten an sechs verschiedenen Standorten auf dem Laufenden halten.“ Unterberger und ihre Kollegen mussten konsequenterweise sehr oft E-Mails verfassen, zum Telefon greifen – selbst von Videokonferenzen wussten sie zu berichten. „Wir haben sie zweimal durchgeführt, aber sie ersetzen leider nicht Face-to-Face-Kontakte.“

Dass die mehrtägige X5-Veranstaltung in Tirol stattfinden sollte, war im Übrigen keine ausgemachte Sache: „Zur Auswahl standen zwei Hotels – eines in Salzburg und eines Tirol“, erinnert sich Unterberger. Den Zuschlag erhielt schließlich die Fünf-Sterne-Einrichtung Interalpen, versteckt im Wald, hoch über Telfs. In weiterer Folge sorgten sich die Hochschüler in Abstimmung mit der BMW-Presseabteilung um Räumlichkeiten am Innsbrucker Flughafen (zur Abhaltung einer Pressekonferenz für die eingeladenen Motorjournalisten), um die Adaptierung der Driving Village in Tarrenz und um eine attraktive Routenauswahl.

Gewonnen hat schließlich die abwechslungsreiche Strecke über das Kühtai, durch Teile des Inn- und des Ötztals, durch das Gurgltal und über das Mieminger Plateau. So anziehend die Route auch war – ganzheitlich kamen die Fachhochschüler mit ihren Vorschlägen nicht durch. „Wir hatten eine viel längere Strecke ausgesucht mit mehreren Zwischenstationen. Da hat BMW gesagt, dass sich das zeitlich nicht ausgeht“, erklärt Unterberger. Ihr Fazit aus der Zusammenarbeit mit der Auto­branche: „Es war eine tolle Erfahrung. Ich habe sehr viel gelernt und nehme sehr viel mit.“ Ziemlich belastend sei allerdings die Kombination des Projekts mit dem Hauptberuf und dem Studium gewesen.


Kommentieren


Schlagworte