Reise

Die „brennenden“ Wälder

Zunächst geht es durch lichten Lärchenwald.
© privat

Die Wanderung zum Lichtsee im Obernbergtal ist vor allem im Herbst eine wahre Augenweide. Die zahlreichen Lärchen „brennen“ im wahrsten Sinne des Wortes und ein wenig Schnee gibt es auch.

Von Irene Rapp

Obernberg – Ein jährliches Pflichtstück ist die Wanderung hinauf zum Lichtsee im Obernbergtal. Bevorzugt im Herbst, da einen um diese Zeit dort ein traumhaftes Naturschauspiel erwartet: Die Lärchen „brennen“ – sprich: verlieren ihre Nadeln – und sind in der Vorstufe dazu gelb bis orange-rot. Die Millionen herabgefallener Nadeln „pflastern“ auch die Pfade, man schreitet so weich gebettet und auf farbigem Untergrund dahin.

Ausgangspunkt ist Obernberg. Nach der Einfahrt führt gleich nach dem Gasthof „Almi’s Berghotel“ rechter Hand ein kleiner Pfad an einem Bauernhaus vorbei Richtung Norden – ein gelber Wegweiser gibt hier die Wanderung zum See mit einer Gehzeit von rund 2,5 Stunden an. Zunächst also dem Holzzaun entlang und an Siloballen vorbei über eine Wiese zum Wald (gut markiert; Wegnummer 125). Ein sehr steiler Forstweg fordert einen gleich zu Beginn heraus, doch sobald man den Wald erreicht hat, wird es diesbezüglich besser. Damit nicht genug: Wenn das Licht passt, dann fühlt man sich hier im lichten Lärchenwald wie in einem Märchen. Und „sauber aufgeräumt“ ist es auch: Wer auch immer hier die vielen Holzhaufen zusammengetragen hat – er hat gute und vor allem viel Arbeit geleistet.

Auf einem schmalen Pfad geht es nun immer – gut markiert und unübersehbar – bergauf. Einmal kreuzt man eine Forststraße, dann verwandelt sich der lichte Lärchen- in dichteren Fichtenwald und man kommt an Stadeln vorbei, aus denen es nach dem dort gelagerten Heu duftet.

Langsam wird der Baumbestand geringer, der Pfad führt nun Richtung Westen. Jetzt kommt man in Gelände, das – am Dienstag – mit einer hauchdünnen Schneedecke bedeckt war. Mit gutem Schuhwerk gibt es allerdings kein Problem und wenn es in den nächsten Tagen wieder wärmer werden sollte, könnte die weiße Pracht wieder dahingeschmolzen sein.

Am Lichtsee angelangt, spiegeln sich die angezuckerten Berge in dem Gewässer.
© privat

Nach rund zwei Stunden erreicht man schließlich den oberhalb der Waldgrenze liegenden Lichtsee auf 2101 Metern, ein in einer Mulde östlich vom Trunajoch gelegenes Gewässer. Hier bekam man am Dienstag einen Vorgeschmack auf den Winter, als sich die schneebedeckten Berge im Lichtsee spiegelten.

Im Winter ist dieses Gebiet ein beliebtes Gelände für Skitourengeher – u. a. auf die gleich hinter dem See hinaufführende Rötenspitze (2481 m). Von hier aus kann man auch gut den Ausblick genießen – auf Obernberger Tribulaun, Obernberger See; auf die südlich gelegene Kette vom Sattelberg bis zum Hohen Lorenzen und auf die weiter im Osten gelegenen Gipfel von Fußstein bis Olperer.

Zurück zum Ausgangspunkt geht es dann über die Kastnerbergalm (1794 m): Dazu vom See aus den trotz des Schness unübersehbaren Pfad Richtung Westen nehmen (Wegnummer 66), bis man zu einem breiten Forstweg gelangt. Über diesen bis zur Kast­nerbergalm. Von dort aber Richtung Osten, bis man zum ursprünglichen Aufstiegsweg gelangt. Und dann kann man noch einmal den Lärchenwald genießen. Denn die letzten Meter geht es wieder durch das märchenhafte Gelände bis ins Tal zum Ausgangspunkt.

Angaben zur heutigen Tour

Ausgangspunkt: Obernberg im Obernbergtal, parken am besten am Platz neben der Gemeinde. Die Wanderung kann man auch in umgekehrter Richtung gehen. Dann bietet sich als Abstellplatz für das Fahrzeug der große, gebührenpflichtige Parkplatz am Ende des Obernbergtals an. Von dort – gut beschildert – zur Kastnerbergalm, dann hinauf zum See und über die Lärchenwiesen wieder hinab ins Tal.

Höhenmeter/Gehzeit: rund 700 Höhenmeter im Aufstieg; Gehzeit zum See ab 2 Stunden, Rundwanderung über die Kastnerbergalm noch einmal ab 1 Stunde. Gesamte Gehzeit: ab 3 Stunden.

Infos: Im Zuge dieser Wanderung zum Lichtsee bewegt man sich im Landschaftsschutzgebiet Nösslachjoch (Ernennung im Jahr 1984), das Gebiet umfasst rund 92 Quadratkilometer. Und noch eine Besonderheit: Die besagten Lärchenbestände im Obernbergtal stellen die größten Lärchenbestände in Tirol dar.

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