Landespolitik

Reutte zahlt doch für den Kinderhort in Breitenwang

BM Oberer wollte keine Rückwirkung bis September, musste mit seiner Liste aber eine 13:4-Abstimmungsniederlage akzeptieren.

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Breitenwang –Die Zahl der Kiebitze war bei der vergangenen Gemeinderatssitzung in Reutte merklich erhöht, war doch ein Abstimmungspunkt auf der Tagesordnung, der schon in der vorangegangenen Sitzung für Emotionen gesorgt hatte. Die Frage lautete: Soll die Gemeinde Reutte den privaten Kinderhort Together in Breitenwang unterstützen – obwohl mehrere Betreuungseinrichtungen und Kindergärten in der Marktgemeinde selbst angeboten werden? Allerdings nicht mit diesem enormen zeitlichen Angebot, von 6.30 bis 19.30 Uhr abends, immer geöffnet außer an Sonn- und Feiertagen, ganzjährig, für Kinder von null bis 14 Jahren.

Immerhin 46 junge Reuttener und Reuttenerinnen außerhalb des Kindergartenalters werden derzeit bei Together betreut. Die Antwort der Gemeinderäte lautete einstimmig Ja. Ab 2014 zahlt Reutte einen Euro pro Stunde, maximal fünf am Tag pro Kind als Zuschuss. Und trotzdem zog sich eine Bruchlinie durch die Reihen der Mandatare. Die Förderung wurde auf Antrag von Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller nämlich auch rückwirkend ab September 2013 beschlossen. Die Liste des Bürgermeisters wollte das verhindern, ging in der Zusatzabstimmung aber mit 13 zu 4 unter. Der Vorschlag der Bürgermeisterliste Team Leben, dass Eltern, denen die Kosten heuer im Herbst im Together zu hoch gewesen wären, ja bei der Gemeinde Reutte um eine persönliche Unterstützung ansuchen könnten, fand kein Gehör im Marktparlament. Together wird nun pro Jahr mit rund 46.000 Euro unterstützt. „Das ist die wahrscheinliche Obergrenze mit 200 Nutzungstagen gerechnet“, meinte Oberer.

Im Zuge der Diskussion hatte der Bürgermeister die Zuwendungen für die anderen Betreuungseinrichtungen Reuttes zusammenfassen und erneut beschließen lassen. Das Josefsheim (derzeit 18 Kinder) bekommt künftig 15.000 Euro, die Mühlmäuse 4500 Euro und das Eltern-Kind-Zentrum (auch 18 Kinder aus Reutte) 17.000 Euro. Mit dem Beschluss steigt der Zuschuss des Bezirkshauptortes für Kinderbetreuungseinrichtungen um 50.000 auf insgesamt 85.000 Euro.

GR Franz Schneider von der Bürgermeisterliste merkte süffisant an, dass der Besuch der drei Kindergärten in Reutte gratis sei. Das gebe es nirgends. Er könne nicht verstehen, wie Eltern auswärts gehen und zusätzlich zahlen könnten.

Die Diskussion ins Rollen gebracht hatte Neo-SPÖ-Mann Wolfgang Geiger. Er war mit dem Sitzungsverlauf sichtlich zufrieden. Auch GR Elisabeth Pfurtscheller (ÖVP), der es ein Anliegen war, dass „für Eltern nun echte Wahlfreiheit besteht“. Die rückwirkende Zahlung kostet die Gemeinde 4000 Euro.