Landespolitik

Kein stiller Zahler bei Achenseebahn

Die Marktgemeinde Jenbach will als Aktionär endlich Informationen über die Entlassung des langjährigen Achenseebahn-Chefs. Die Zustimmung für ein weiteres Investitionsprogramm ab dem Jahr 2015 wackelt.

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Aufschlüsse zum Thema „Vorkommnisse bei der Achenseebahn AG“ wollte Vizebürgermeister Andreas Lackner (SP), als er eine Sondersitzung des Gemeinderates Mitte Oktober anregte und dafür große Zustimmung im Gemeindeplenum bekam. Auslöser war die Suspendierung und kurz darauf die fristlose Entlassung des bisherigen Vorstandes und Betriebsleiters Bernhard Marchi. „Wenn die Marktgemeinde Jenbach schon Aktien im Wert von 43.778 Euro besitzt und auch immer fleißig beim mittelfristigen Investitionsprogramm mitzahlt, steht uns eine entsprechende Information zu“, war die Meinung von Lackner.

Wenig auskunftsbereit war indes die Gemeinderätin Sylvia Schwaiger (FP), die im Aufsichtsrat der Bahn sitzt. Auch vom Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Kittl aus Salzburg war nichts zu erfahren. Beide haben sich gegenüber der Gemeinde und Kittl gegenüber der TT auf ihre Verschwiegenheitspflicht nach dem Aktiengesetz berufen. „Es wird nun eine rechtliche Prüfung dieser Frage notwendig sein. Schließlich ist die Gemeinderätin im Auftrag und in Vertretung der Marktgemeinde im Aufsichtsrat und hat die Eigentümerinteressen zu vertreten“, sagt Andreas Lackner. Aus Gründen der Vorsicht und als Signal sollte daher der Investitionsbeitrag für die Achenseebahn für 2014 auf Kommunalebene nicht budgetiert werden. Für den Fall der Fälle könnte jedoch eine Rücklage in dieser Höhe gebildet werden. „Die mangelnde Auskunftsbereitschaft der Aufsichtsräte lässt aus meiner Sicht den Schluss auf ein reines Gewissen nicht zu“, stellt er trocken fest. „Da hat man sich auf dünnem Eis bewegt“, ist auch die Meinung eines Bürgermeisters aus der Umgebung, der sich in Sachen Achenseebahn gut auskennt.

Verärgert über das Stillschweigen aus der derzeitigen Führungsebene der Achenseebahn ist auch BM Dietmar Wallner (VP). „Man wird uns sicherlich nicht vorwerfen können, dass wir unsere Verpflichtungen nicht einhalten. Jetzt wollen wir aber Aufklärung“, stellt er sich nach wie vor hinter die Gemeindeforderung. „Ich habe die Gesetzeslage rund um das mittelfristige Investitionsprogramm hinterfragt. Aus meiner Sicht gibt es da einen Angelpunkt“, setzt Lackner nach. Über das Wie und Wo will er sich aber nicht näher äußern.

Unter der Devise „Wer zahlt, schafft an“ will sich der Jenbacher Vizebürgermeister dafür einsetzen, dass die Marktgemeinde ein weiteres Aufsichtsratsmitglied entsenden kann. Schließlich sei Aufsichtsrat Georg Fuchshuber zum Direktor befördert worden und damit dort ein Platz frei. Jährlich zahlt Jenbach rund 21.000 Euro. Und man will gut überlegen, ob man einem neuen Investitionsprogramm als Zahler zustimmen wird.

Schon Ende Oktober reichte der Ex-Betriebsleiter und ehemalige Vorstand Bernhard Marchi, der fast 25 Jahre im Dienst der Achenseebahn gestanden ist, Klage ein.