Verkehr

Unterland fährt mehr Bahn, Osttirol steigt auf Bus um

Ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember halten mehr Züge im Oberland und fahren mehr ins Unterland. Jedoch keiner mehr nach Osttirol.

Von Christoph Mair

Innsbruck –Die Frage, auf welchen Teil Tirols mit dem alljährlichen Fahrplanwechsel heuer die größten Veränderungen zukommen, ist leicht zu beantworten: Osttirol. Denn mit 15. Dezember werden die Direktzüge Innsbruck – Lienz eingestellt und – durchaus umstritten – durch Busse ersetzt. Bei der Präsentation des neuen Fahrplanes bemühten sich die Verantwortlichen, die Vorzüge herauszuheben: kürzere Fahrzeiten (unter drei Stunden), vier tägliche Verbindungen je Richtung und modern ausgestattete Doppelstockbusse. Außerdem gebe es im Vergleich zum Zug günstige Tickets, betonte der Chef des Verkehrsverbundes Tirol, Jörg Angerer. Kapazitätsengpässe soll es dank Verstärkerbussen nicht geben, hieß es von den Verantwortlichen.

Verkehrsreferentin LHStv. Ingrid Felipe betonte, dass es mit Fahrplanwechsel 2014/15 jedenfalls wieder ein Zugangebot nach Osttirol mit Umstieg in Franzensfeste geben werde. „Wir bemühen uns auch um Direktzüge zu den Tagesrandzeiten.“ Allerdings werde sich das Land auch anschauen, wie der Bus angenommen werde. „Den Busfans den Bus wieder wegzunehmen, muss auch nicht sein“, deutete Felipe Mischlösungen an. Mehr Bahn bekommen jedenfalls die Unterländer. Der Halbstundentakt der S-Bahn werde von Fritzens/Wattens bis Jenbach verlängert, kündigte ÖBB-Regionalleiter Alexander Jug an. Für Jenbach bedeute das ingesamt rund 100 Zugstopps täglich.

Einen Qualitätsschub kündigte Angerer für das Außerfern an. Dort setze die Deutsche Bahn künftig die modernen „Talent 2“-Garnituren ein. Diese fahren ab 15. Dezember alle zwei Stunden direkt von Reutte nach München und ebenso oft (mit Umstieg in Garmisch) nach Innsbruck. Im Oberland halten die schnellen Railjets alle zwei Stunden zusätzlich an den Bahnhöfen in Ötztal-Bahnhof und Imst-Pitztal. Dadurch mussten einige Regional-Express-Züge (REX) verschoben werden. Im teils eingleisigen Oberland habe die Schiene ihre Leistungsfähigkeit erreicht, gab Angerer zu bedenken.