Konflikte

Nach Gewalteskalation in Libyen: Panzer fahren in Tripolis auf

Mehr als 40 Tote und 450 Verletzte kamen bisher bei den Unruhen ums Leben. Jetzt entsandte die Regierung Dutzende Panzer in die Hauptstadt.

Tripolis - Nach blutigen Zusammenstößen zwischen Milizen und Demonstranten hat die libysche Regierung Einheiten der Armee in die Hauptstadt Tripolis entsandt. Dutzende Panzer fuhren am Montag in den Straßen der Stadt auf, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Regierung erklärte, „zahlreiche Einheiten der nationalen Armee“ würden an den Hauptverkehrsadern in Tripolis stationiert.

Die Gewalt war am Freitagabend nach einer zunächst friedlichen Demonstration gegen die Milizen in Libyen eskaliert. Aus dem Hauptquartier einer Miliz waren dabei Schüsse auf die Demonstranten abgefeuert worden. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 40 Menschen bei den Unruhen getötet und mehr als 450 weitere verletzt.

Am Samstag hatten Milizionäre aus dem östlich von Tripolis gelegenen Misrata (Misurata) versucht, ihren Kampfgefährten in der Hauptstadt zur Hilfe zu kommen, was neue Kämpfe zwischen bewaffneten Milizen auslöste. Am Sonntag wurde der Vizechef des Geheimdienstes von „Kriminellen“ aus der westlichen Stadt Al-Zintan entführt. (APA/AFP)