Standort Tirol

Nächste Hürde am Spieljoch

Unter keinem guten Stern steht der geplante Ausbau des Spieljochs in Fügen. Jetzt bremst ein mögliches UVP-Verfahren das Projekt „Metzenjochbahn“ erneut ein.

Von Margret Klausner

Fügen –Rund 20 Millionen Euro wollen die Fügener in den Ausbau ihres Skigebietes am Spieljoch investieren: Seit Jahren planen sie, wie berichtet, das Näherrücken an das Skigebiet Hochfügen.

Doch das aktuelle Projekt „Metzenjochbahn“ (vormals Taleggbahn) steht alles andere als unter einem guten Stern. Da ist unter anderem die Agrargemeinschaft, die als Hauptgrundeigentümer zahlreiche Forderungen an Gemeinde und Bergbahn stellt. Der notwendige Dienstbarkeitsvertrag ist nach wie vor nicht unterschrieben und eine Diskussion der Parteien folgt auf die nächste.

Auch bei der Lawinenverbauung spießt es sich. Ein erstes Lawinenschutzkonzept musste aufgrund der Unfinanzierbarkeit verworfen werden. Ein neues Konzept, das zum einen fixe, zum anderen aber auch temporäre Sicherungsmaßnahmen vorsieht, liegt aber bereits vor. Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist am Zug.

Bergbahnchef Bürgermeister Walter Höllwarth war trotz alledem im Sommer noch optimistisch, die Bauverhandlung für die Bahn noch heuer über die Bühne bringen zu können. Doch jetzt ist ein weiteres Problem aufgetaucht. Wie ein Damoklesschwert hängt eine mögliche UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) über den Plänen der Fügener, denn eine solche Prüfung würde das Projekt wieder um Monate zurückwerfen. „Ich nenne das schon fast einen Wirtschaftskrimi“, stöhnt BM Walter Höllwarth. Fünf Millionen Euro stünden bereits von Seiten der Gemeinde für die Verwirklichung der Bahn bereit, weitere vier Millionen kommen vom Tourismusverband,außerdem 600.000 Euro von der Gemeinde Fügenberg.

„Wir haben mit dem Spieljoch ein Juwel, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Es ist ein Motor für den gesamten Raum“, will Höllwarth trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und setzt leicht zynisch nach: „Bei jedem Stein, den wir versetzen wollen, müssen wir nicht nur zuerst fragen, sondern auch bezahlen.“

Ein Vorprüfungsverfahren wurde bereits von den Naturschutzbehörden durchgeführt, jetzt sollte eigentlich die Haupt-UVP folgen. „Wir hoffen allerdings, dass es auch ohne die Prüfung geht“, betont Höllwarth, dessen Liftgesellschaft gegen Bescheid zur Durchführung der UVP berufen hat, so dass nun der Umweltsenat am Zug ist. Die Behörden seien von einem falschen Konzept ausgegangen, meint der Bergbahnchef. Das so genannte Metzenjoch brauche eine Lawinenverbauung, die Behörden hätten dafür die teure große Ursprungsvariante herangezogen, die aber so nicht mehr stimme. Die aktuelle bestehe nämlich jetzt aus zwei Seiten – zum einen hat die Gemeinde Fügenberg zum Schutz der Straße den Antrag auf eine Lawinenverbauung gestellt, zum anderen Fügen für die Skipiste. „Das sind zwei paar Schuhe, da kann man nicht die gesamte Fläche zusammenrechnen“, erklärt Höllwarth. Das wären nämlich gemeinsam über 20 Hektar – dann wäre eine UVP gesetzlich vorgeschrieben.

Durch die Teilung blieben die Fügener weit darunter. Überdies habe die Behörde den Wald entlang der Trasse als Rodungsfläche miteinbezogen. „Wir reden hier nur von einer Bestandsumwandlung“, betont der Bergbahnchef. Das hieße nichts anderes, dass anstatt der Fichten Laubhölzer gesetzt werden und nicht gerodet würde.

„Wir warten jetzt, bis alle Stellungnahmen da sind. Wir haben bereits mit hohen Beamten des Landes gesprochen und haben alles noch einmal aufrollen lassen“, so Höllwarth. Werde die UVP doch vorgeschrieben, rede man hier nicht nur von tonnenweisen Akten, sondern auch weiteren zwei Jahren Zeit und viel Geld für Gutachten und Ähnliches. „Ich traue mich nicht mehr zu sagen, wann wir mit einer Bauverhandlung rechnen können“, betont Höllwarth, der seinen Traum von der Metzenjochbahn trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben will.