Entscheidung über die Bebauung blieb aus
Die Schlosswiese stellt den Kitzbüheler Gemeinderat vor eine große Herausforderung. Auf der Wiese sollen fünf Häuser entstehen.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Ein traumhafter Ausblick auf Kitzbühel, beste sonnige Lage, 8000 m2 groß und sogar schon gewidmet – der Kitzbüheler Gemeinderat hatte es am Montagabend mit einem Filetstück am Grundstücksmarkt zu tun. Doch auch wenn die äußeren Bedingungen wie der Traum eines jeden Immobilienmaklers klingen, der Haken liegt im Detail.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung war die Erlassung eines Bebauungsplanes für die Schlosswiese auf der Tagesordnung zu finden, die Entscheidung blieb aber aus. „Für mich ist das ein klassisches Spekulationsobjekt und ich habe damit große Bauchschmerzen und werde auch nicht für den Bebauungsplan stimmen“, brachte Ludwig Schlechter (VP) die Bedenken manch eines Gemeinderatskollegen auf den Punkt.
Auf dem knapp 8000 m2 großen Grundstück sollen fünf Gebäude errichtet werden. Im südlichen Teil der Wiese zwei Gebäude mit einem Erdgeschoß und einem ausgebauten Dachgeschoß, im hinteren Bereich drei Häuser mit Erdgeschoß, 1. Stock und ebenfalls einem ausgebauten Dachgeschoß – das Ergebnis langwieriger Verhandlungen zwischen dem zuständigen Ausschuss und dem Bauwerber, wie Stadtbaumeister Stefan Hasenauer dem Gemeinderat schilderte. Er präsentierte das Vorhaben, weil Ausschuss-Obmann Peter Hechenberger nicht bei der Gemeinderatssitzung anwesend sein konnte.
Der Ausschuss selbst gab keine Empfehlung an den Gemeinderat ab. „Ich bin seit 15 Jahren im Gemeinderat. Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Ausschuss nach sechs Sitzungen zu keiner Entscheidung durchringen konnte“, sagte GR Otto Dander (GKL). Für Andreas Gröbner (KBL) ist die Aufregung nicht verständlich: „Da sind wir jetzt schon zu spät dran, das Grundstück ist schon gewidmet.“ Damit hätte der Grundbesitzer auch das Recht, darauf zu bauen. „Ob dann auch die Nutzung eingehalten wird, können nicht wir kontrollieren, das muss die BH tun“, sagte Gröbner. Überfordert fühlte sich GR Ellen Sieberer (VP), da es keine Empfehlung vom Ausschuss gab. Dem Gemeinderat würden zu wenig Informationen für eine alleinige Entscheidung vorliegen.
Bürgermeister Klaus Winkler (VP) setzte schließlich der Diskussion ein Ende und stellte den Antrag, die Sache noch einmal in den Bauausschuss zurückzuschicken. Dieser solle dann für eine Sitzung um alle Gemeinderäte erweitert werden. Dieser Antrag wurde mit 16 Ja-Stimmen angenommen, zwei Gemeinderäte stimmten dagegen, einer enthielt sich.
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