ORF rechnet jetzt doch mit Paralympics
Der Sport-Spartenkanal ORF Sport plus bleibt von Einsparungen verschont, auch die Behindertensportler atmen auf.
Von Florian Madl
Innsbruck –Dass seine Petition schon am Tag nach der Öffentlichmachung Erfolg haben würde, konnte Herbert Kocher nicht ahnen. Der neue Präsident der Bundessportorganisation hatte erst am Sonntag die Unterschriften aus den Reihen der 60 österreichischen Fachverbände präsentiert, die sich gegen eine Einsparung des ORF-Spartenkanals Sport plus gestemmt hatten. Jetzt ist alles anders, der Finanzplan 2014 sicherte der vor allem von Randsportarten genützten Nische einen Fortbestand bis zur Jahresmitte zu.
„Ich hatte ein Gespräch mit Alexander Wrabetz (ORF-Generaldirektor, Anm.), in dem ich ihm die Situation der Sportler schilderte.“ Einzig durch die Zusicherung dieser medialen Plattform könne man weiterhin Sponsoren bei der Stange halten, in manchen Fällen sei eine Fernseh-Übertragung auch Basis für die Teilnahme am Europacup (z. B. Volleyball). Bis zur Evaluierung im kommenden Jahr, die eine endgültige Lösung herbeiführen soll, könne man nun planen.
Zuletzt stand allerdings auch das Engagement des Österreichischen Rundfunks bei den Paralympics in Sotschi (RUS), den Winterspielen der Körperbehinderten, auf der Kippe. Auch diesbezüglich scheint man sich geeinigt zu haben: „Wir sind auf einem guten Weg“, bestätigte ORF-Sportchef Hans Peter Trost. Er hatte zuletzt darauf gedrängt, eine verstärkte Übertragung zu ermöglichen. „Wir wollen einen großen Live-Anteil bringen“, bestätigte Trost gestern. Claudia Lösch, die in Innsbruck stationierte „Behindertensportlerin des Jahres 2013“, möchte morgen Näheres erfahren: „Da habe ich einen Termin am Küniglberg.“
Auch in Sachen Infrastruktur scheinen die Behindertensportler einem Ziel näher: Das Tirol House Austria, während Olympia traditionell Treffpunkt des österreichischen Sport-Lagers, soll über die Winterspiele im Februar hinaus gehalten werden und während der Paralympics geöffnet bleiben. Das bestätigte gestern auch BSO-Präsident Kocher: „Sollten in Sachen Finanzierung Probleme auftreten, werden wir uns nach der Decke strecken“, versprach er nach einem Gespräch mit Petra Huber, Generalsekretärin des Behindertenverbands.
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