Flugblatt mit GKI-Infos löste heftigen Wirbel aus
Kraftwerksgegner will Ungerechtigkeiten bei den Abgeltungen aufzeigen. Rieder Bürgermeister Knabl prüft rechtliche Schritte gegen die Aktion.
Von Helmut Wenzel
Tösens, Ried –Wieder einmal sorgt der Bauer, Visionär und Gegner des Gemeinschaftskraftwerks Inn (GKI), Christian Sturm aus Untertösens, für Kontroversen im Obergricht. Auslöser ist ein von Sturm publiziertes Flugblatt, das gestern in vier Gemeinden der Kraftwerksregion zugestellt worden ist.
Sturm listet darin die Beträge auf, die jährlich als Abgeltung in die Kassen der sieben Anrainergemeinden fließen. Demnach bekommt Pfunds rund 120.000 Euro, Prutz 119.000 Euro, Nauders 111.000 Euro, Ried 79.000 Euro, Serfaus 51.000 Euro, Tösens 51.000 Euro und Fendels 17.000 Euro – macht in Summe rund 550.000 Euro. Vergleicht man die Beträge mit den Anteilen am Inn bzw. mit der Flussstrecke in den Gemeinden, „dann stimmt der Verteilungsschlüssel nicht“, zeigt Sturm auf. „Es gibt Gemeinden, die ungerecht behandelt worden sind.“
Ob der Vertrag zum Verteilungsschlüssel rechtlich okay ist, könne er nicht beurteilen. „Aber einfache Bürger kommen zur Schlussfolgerung, dass der Vertrag gegen die guten Sitten verstößt“, sagte Sturm am Dienstag.
Das Flugblatt landete gestern auch am Tisch des Rieder Bürgermeisters Reinhard Knabl. Auf den Inhalt reagierte Knabl empört – er lasse sich von Sturm nicht nachsagen, dass er für seine Gemeinde schlecht verhandelt habe. „Sturm stellt uns für blöd hin, teilt wider besseren Wissens nur die halbe Wahrheit mit. Es gibt Gemeinden, die mit den GKI-Betreibern nachverhandelt haben, auch Ried hat das mit Nachdruck getan. Mit dem Ergebnis, dass wir einen namhaften Betrag zusätzlich für diverse Abgeltungen bekommen.“ Man habe sich sehr wohl die Abgeltungssumme in Hinblick auf die Lebensdauer des Kraftwerks ausgerechnet und auf dieser Basis einen entsprechenden Aufpreis fixiert.
Die Flugblatt-Aktion des Kraftwerksgegners sei bestens geeignet, „wieder einmal Unfrieden in die Region zu bringen“, stellte Knabl fest. Er lasse sich „derartige Provokationen nicht länger bieten“ und werde einen Anwalt beauftragen, rechtliche Schritte gegen Sturm zu prüfen.
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