Anklage

Misshandlungen in Schweden: Neun Schüler angeklagt

In einem schwedischen Elite-Internat wurden jetzt neun Schüler sowie ein Hausvorstand angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, vier Schüler misshandelt zu haben.

Stockholm – Nach einem Mobbing-Skandal in einem schwedischen Elite-Internat hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen neun Schüler und einen Hausvorstand erhoben. Zwei der Schüler werden beschuldigt, einem Bub Verbrennungen mit einem Bügeleisen zugefügt zu haben. Allen neun wirft die Staatsanwaltschaft vor, vier jüngere Schüler damit bedroht zu haben. Der Hausvorstand habe ihnen erlaubt, das Eisen zu benutzen. Die Jüngeren seien alle neu an der Privatschule 300 Kilometer westlich der Hauptstadt Stockholm gewesen, teilte der stellvertretende Chefankläger Niclas Wargren mit.

Das Lundsberg Internat in Stofors hatte im Sommer kurzzeitig schließen müssen, nachdem die Quälereien bekanntgeworden waren. Das Verwaltungsgericht in Stockholm hatte das Verbot aber rasch wieder aufgehoben. Der Vorstand der Eliteschule mit 170 Jungen und Mädchen hatte sich dagegen zur Wehr gesetzt. An der Lundsberg-Schule hat auch der schwedische Prinz Carl Philip seinen Abschluss gemacht. Das Traditionshaus steht seit Jahren wegen systematischer Erniedrigungen, Beleidigungen und Körperverletzungen unter Beobachtung. (dpa)