Kitzbüheler zeigten wenig Interesse
Der Baurechtsvertrag mit der Fischl Holding und die Finanzen der Stadt waren bei der Kitzbühler Gemeindeversammlung am Montagabend Thema. Als Umweltfrevel sehen viele den Bau des Pletzernweges.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Das Interesse lässt nach – zum dritten Mal in Serie veranstaltete die Stadt Kitzbühel eine Gemeindeversammlung und es kristallisiert sich ein Trend heraus. Immer weniger Kitzbüheler nutzen die Möglichkeit, mit der Gemeindeführung ins Gespräch zu treten. Am Montagabend hatten knapp 60 Personen den Weg in den Rasmushof gefunden.
Nichtsdestotrotz gab es für Bürgermeister Klaus Winkler (VP) einiges zu tun. Nach einer kurzen Präsentation der Gemeindetätigkeit im Jahr 2013 waren die Kitzbüheler am Wort. Die Schwerpunktthemen des Abends waren dann der Baurechtsvertrag mit der Fischl Holding zum ehemaligen Krankenhaus, die Gemeindefinanzen mit den ausgelagerten Gesellschaften und der Pletzernweg.
„Ich finde es einen Wahnsinn, was dort passiert“, sagt Georg Überall und meint damit die Bauarbeiten zum Pletzernweg. Mit diesem soll der Pletzernhof erstmals mit einer Straße erschlossen werden. Auch weitere Kitzbüheler finden den Eingriff in die Natur zu enorm. „Es wurden viele andere Möglichkeiten geprüft, aber diese ist die einzige, die verwirklicht werden kann“, versicherte Winkler und sein zuständiger Referent Hermann Huber (VP) gab den Kritikern zum Teil Recht: „Mit der Trassenführung bin auch ich nicht glücklich.“
Die Gemeindefinanzen sprach dann Susanne Wunderer an. Sie wollte von Finanzstadträtin Barbara Planer (VP) wissen, wie hoch die Schulden der Stadt sind, und zwar mit jenen der ausgelagerten Gesellschaften wie der Sportpark GmbH. Planer konnte darauf keine konkreten Zahlen bekannt geben. „Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie nicht wissen, wie die Gesellschaften dastehen“, ärgerte sich Wunderer. Zu Hilfe kam Planer dann Vizebürgermeister Gerhard Eilenberger (VP), er ist Geschäftsführer einer der Gesellschaften, der Stadtwerke. „Die Stadtwerke erwirtschaften jährlich einen Gewinn, heuer dürfte er bei 377.000 Euro liegen“, sagte Eilenberger. Auch sehe es bei der Liegenschaftsverwaltung positiv aus, die Sportpark GmbH bräuchte aber jährlich Zuschüsse der Stadt.
Der Baurechtsvertrag mit der Fischl Holding wurde ebenfalls abgeklopft. So sei das Grundstück mit diesem viel zu billig aus der Hand gegeben worden. „Der Vertrag ist das Ergebnis langer Verhandlungen“, sagte dazu Winkler. Dabei sei es nicht nur um das Geld gegangen, sondern auch darum, dass eine sinnvolle Nutzung an dem Standort stattfindet.
„Das ist eine Sternstunde der Demokratie. Nicht mal ein Prozent der Kitzbühler ist gekommen und vorne steht einer, der alleine regiert. Ich kann echt nur gratulieren“, polterte Horst Ebersberg in gewohnter Manier. Kritik gab es nach der Versammlung auch an der Art, wie sie abgehalten wurde. So mancher wünschte sich einen neutralen Moderator, die Moderation hatte der Bürgermeister aber selbst übernommen.
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