Die November-Rezession
Das Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu. Die Blätter fallen, die große Kohle bleibt bei den Tiroler Top-Teams in einer tristen Sponsorenlandschaft aus. Sparen ist angesagt.
FUSSBALL
Der FC Wacker Innsbruck elektrisiert und polarisiert gleichermaßen. Parallel zum Vorstandswechsel im August schien sich ein sportlicher Höhenflug abzuzeichnen, doch davon ist man augenblicklich weit entfernt. Die beschränkten Finanzmittel und damit einhergehende Zurückhaltung am Transfermarkt gefährden derzeit sogar die Zugehörigkeit zur höchsten Fußball-Liga. Qualität kostet eben.
Klassenerhalt, sportlich und wirtschaftlich (Lizenz !), bleiben die größten Ziele, Europa(cup) muss warten. Solange der Verein auf die öffentliche Hand angewiesen ist, die demnächst wieder das Füllhorn ausschüttet, wachsen auch die Bäume nicht in den Himmel. Träumen, das ist beim FC Wacker das Gebot der Stunde, ist derzeit strengstens untersagt. (floh)
EISHOCKEY
Der mehrfache Anlauf in der Erste Bank Eishockeyliga, den großen Wurf zu landen, führte die Haie mit einem kolportierten Schuldenberg von 500.000 Euro (2009) für drei Spielzeiten in die Nationalliga zurück. Als Meister der zweiten Liga kehrten die Innsbrucker 2012 mit viel Eigenbau und billigen Legionären in die Erstklassigkeit zurück. Oberstes Ziel: die schwarze Null.
Die sportliche Bilanz (sechs Siege nach 23 Runden) löst zur Stunde in der zweiten EBEL-Saison ebenso wenig eine Krise aus wie ein Blick auf den Zuschauerschnitt (ca. 1500) bei den Heimspielen. Mit einheimischen Cracks, die einem Beruf nachgehen, und Legionären, die ein Drittel von jenen der Konkurrenz kosten, scheint nicht mehr möglich. Gefahr: Wie lang wird der Weg honoriert? (lex)
VOLLEYBALL
Das Hypo Tirol Volleyballteam zog sich in dieser Saison aufgrund der Strapazen und aus sportlichen Gründen aus der Mitteleuropäischen Volleyballliga zurück. Ein Teil der Wahrheit liegt aber auch in den anfallenden Kosten. Die sind ohnehin gestiegen, nachdem man in der Champions League von der USI-Halle in die Olympiahalle übersiedeln musste.
Manager Hannes Kronthaler kann finanziell zumindest bis 2015 auf den Hauptsponsor bauen. Ein Luxus, den die Damen der TI-Meraner-Volley in dieser Verhältnismäßigkeit nicht genießen. Schon der aktuelle Europacupauftritt gegen Minsk löst mit Kosten von 23.000 Euro arge Bauchschmerzen aus. Die VCT-Damen mussten von der Leitgebghalle (zu niedrig) ins Landessportcenter weichen. Ideal ist anderes. (lex)
HANDBALL
Schwaz wurde 2011 österreichischer Cupsieger, HIT 2012 Vizemeister in der Handball Liga Austria. „Der sportliche Erfolg hat mehr Kosten und mehr Erwartungen, aber nicht mehr Einnahmen gebracht“, weiß Koordinator Thomas Lintner nach vollzogener „Ehe“ unter dem gemeinsamen Dach „Handball Tirol“.
Platz sechs in der HLA und Platz eins in der Bundesliga lesen sich für die beiden Teams in Schwaz und Innsbruck stark, in der Vereins-Vision scheint sogar ein etwaiger Titelgewinn in fünf Jahren auf. „Das Geld wird nicht mehr. Wir würden uns eine HLA-Mannschaft in dieser Form irgendwann nicht mehr leisten. Deswegen müssen wir von unten aufbauen“, kennt Lintner den harten Kampf um Ansehen. Eine neue Halle scheint utopisch. (lex)
FOOTBALL
Im Lager der Footballer scheint die Situation aussichtsreich: ein potenter Hauptsponsor, ansehnliche Erfolge in der jüngeren Vergangenheit, eine Schulkooperation und die Aussicht auf verbesserte Infrastruktur – das Trainingszentrum Sieglanger verfügt über keine Bundesligareife.
„Der Architekt hat Kontakt mit uns aufgenommen und wir haben das Ja der Bürgermeisterin erhalten. Ich hoffe, dass im kommenden Sommer der Bau beginnen kann“, berichtet Raiders-Manager Peter Schwazer über Fortschritte beim Projekt Kleinstadion am Paschbergweg. Neben den großen Zwei – Fußball und Eishockey – etablierte sich die Eierlaberl-Fraktion mit Hypo Tirol Volleyball als dritte Kraft im Land. Wer solide kleine Brötchen bäckt, wird davon auch satt. (floh)
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