Lösung für Bewilligungen in Sicht
Das TT-Forum in Matrei zum Thema Felbertauern bot viele Infos, Muskelspiele blieben aus. Die Winterregelung wird gelockert, der Unmut über teure Sonderbewilligungen dürfte bald Geschichte sein.
Von Claudia Funder
Matrei i. O. –Ein halbes Jahr ist es her, dass ein Felssturz am Felbertauern die Lebensader Osttirols durchschlug. Viel Staub wurde auch nach dem Ereignis, im Kampf gegen die Isolation des Bezirks, aufgewirbelt, gleichzeitig aber unmöglich Scheinendes in Rekordzeit realisiert – mit dem Bau einer Zwischenlösung.
Das erste TT-Forum in Matrei hatte die Winterregelung auf der Ersatzstraße zum Thema. Im Kinosaal, wo normalerweise Theater geboten wird, standen BM Andreas Köll, Bezirkshauptfrau Olga Reisner, Reinhard Lobenwein von der Wirtschaftskammer und Harald Haider vom Baubezirksamt Chefredakteur Alois Vahrner höchst konstruktiv Rede und Antwort.
Wer sich eine hitzige Diskussion erwartet hatte, wurde enttäuscht. Längst wurde in dieser brisanten Causa zur Sachlichkeit zurückgefunden. Die nach Kriterien des ländlichen Straßenbaus aus dem Boden gestampfte Ersatzstraße hat ihre Grenzen, das ist bekannt. „Über diese können wir uns nicht hinwegsetzen“, räumte auch Reinhard Lobenwein, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer ein, der betonte, dass allerdings „Einzelbetriebe nach wie vor massive wirtschaftliche Belastungen“ stemmen müssen.
Dem Ärger wird vor allem in der Behörde Luft gemacht. Bezirkshauptfrau Olga Reisner – ihre Kernbotschaft lautet „Sicherheit hat Priorität“ – sprach von unzähligen Beschwerden, mit denen sie und ihr Team konfrontiert sind: „Pro Tag sind es 50 bis 60. Es gibt großen Unmut, aber nicht wegen der Winterregelung selbst. Das Hauptärgernis sind die Gebühren für Ausnahmebewilligungen.“
Diese kritischen Stimmen könnten bald verstummen, denn BM Andreas Köll ließ mit einer erfreulichen Meldung aufhorchen: „Der Landeshauptmann ist bemüht, rasch einen Regierungsbeschluss herbeizuführen, der eine Gebührenbefreiung vorsieht. Es handelt sich um einen Erlass in Katastrophenfällen. Ich bin überzeugt, dass diese Änderung demnächst verkündet wird.“ Der Gemeindechef betonte, dass das Hauptargument, warum Osttirol wieder in den EU-Sonderförderungskreis aufgenommen wurde, die Katastrophe war. Viel sei für den Bezirk erreicht worden: „Wir haben 25 Mio. Euro für den Neubau und für die Entschädigung der Wirtschaft erhalten. Ich hoffe auf weitere Unterstützung für Sondermarketing und Mittel für die Wirtschaft.“ Der TVB-Vorstand habe, erklärt Köll, beschlossen, aktiv an alle Busunternehmen, die Osttirol anfahren, heranzutreten und diese zu betreuen.
Es hakt nämlich nach wie vor am Buslängen-Limit von zwölf Metern. Doch auch in dieser Sache gibt es Bewegung, wie Baubezirksamtsleiter Harald Haider kundtat. Ein Gutachten sei in Arbeit und werde eine Erweiterung des Spielraums ermöglichen: „Am Montag bekommen wir das Recherche-Ergebnis“, erklärt er. Aufatmen für die Wirtschaft heißt es auch in puncto Tonnagebeschränkung. „Die Ausdehnung von 25 auf 27 Tonnen ist fix.“
Aus dem Publikum kam Kritik bezüglich Hindernisse für Landwirte, die mit ihrem Vieh über den Felber fahren, sowie Probleme mit der Homepage. Reisner versprach: „Wir sind um Lösungen bemüht.“
TVB-Obmann Theurl forderte mehr Mut: „Wie kann man die Ersatzstraße mit solchen Auflagen versehen, wenn etwa der Plöckenpass mit viel engeren Kurvenradien offen ist?“ Haider konterte, dass die Straße aufgrund der Einspurigkeit und des hohen Gefährdungsrisikos nicht mit jener am Plöcken vergleichbar sei: „Wenn ich eine Extremsituation habe, ist Nachdenken angesagt und keine emotionale Rede. Die Felbertauernstraße AG muss Sicherheit und durchgängige Passierbarkeit garantieren.“
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