Mit Maria wird es noch stressig
Im Sonderpädagogischen Zentrum laufen die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt auf Hochtouren. Die Krippenfiguren Josef und Jesus sind bereits fertig, Maria wird am Montag noch hergestellt.
Von Verena Hofer
St. Johann i. T. –Die Heißklebepistole ist warm, die Farben Rot, Gelb, Blau und Grün glitzern auf dem weißen Blatt Papier – am Nebentisch werden die Haare für die Engel zugeschnitten, der Hut für die Krippenfigur Josef angeklebt. Bei einem Lokalaugenschein im Sonderpädagogischen Zentrum (SPZ) in St. Johann ist der bevorstehende Adventmarkt allgegenwärtig. Am nächsten Freitag sind Schüler und Lehrer am Wochenmarkt zu Gast, um die selbst hergestellten Dekorationen zu verkaufen.
Seit Beginn des Schuljahres wird an der Ausstellung gearbeitet. Dass es dabei nicht immer Weihnachtsmusik braucht, merkt man im Werkraum. So tönt aus dem CD-Player kein „Leise rieselt der Schnee“, sondern Hits vom Ballermann. Zu den Klängen „Ich bin der König von Mallorca“ werden Hüte zugeschnitten und Haare abgeschnitten. „Bei uns dauert alles ein wenig länger“, erklärt Lehrerin Nicole Aigner. Insgesamt besuchen derzeit 25 Kinder das SPZ. Unterrichtet wird dabei in vier Klassen, wobei nach verschiedenen Lehrplänen gelehrt wird. Die Einteilung findet im allgemeinen Sonderschullehrplan und Lehrplan mit erhöhtem Förderbedarf statt. Weiters gibt es auch eine basale Klasse, wo Kinder geistige und, oder auch, körperliche Beeinträchtigungen haben. Trainiert werden die Dinge des täglichen Lebens wie Sitzen und Essen.
Eine Burschengruppe kümmert sich um das Gestalten von Geschenkpapier. Zu viert werden die Sternenformen bemalt und anschließend auf den großen Bogen Papier aufgedruckt. Der ein oder andere Finger landet dabei in der Farbe. Kein Problem, das Waschbecken ist gleich in der Nähe. Im Werkraum wird gemeinsam mit der Lehrerin gezopft, sodass die Füße des Engels mit dem goldenen Styroporherz verbunden werden können. Bei den Krippenfiguren gibt es andere Probleme. „Der Knoten für den Hut ist nicht so einfach“, erzählt ein Mädchen, während es konzentriert versucht, die Fadenenden zu binden.
Die Schulerhalter der Pflichtschule ist die Standortgemeinde St. Johann sowie die 15 Sprengelgemeinden, die von Kössen über Hochfilzen bis nach Ellmau und Jochberg reichen. Besucht wird das SPZ von Kindern im Alter von sechs bis 18 Jahren. In diesem Jahr gibt es von Montag bis Donnerstag Nachmittagsgruppen, wo die Kinder bis 16 Uhr bleiben können. „Für Freitag waren zu wenig Anmeldungen“, sagt Direktorin Brigitte Bachler. Mit den Einnahmen aus dem Wochenmarkt ist ein gemeinsamer Ausflug der Schulkinder geplant. „Oft scheitert es an den Taxikosten“, erklärt Aigner. Die Kinder haben dazu bereits Ideen – ein Besuch des Schwimmbads wird sogleich vorgeschlagen.
Am Montag startet das groß angelegte Bastelfinale. Neben dem Backen von Apfelbrot werden auch Adventkränze hergestellt. Dort soll auch die noch fehlende Maria für die Krippen gebastelt werden.
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