Stadt Imst stößt Anteile an defizitärer Biowärme ab
Die Biowärme Imst steckt schon seit einigen Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Nun beschloss man die Abtretung der Anteile.
Von Hubert Daum
Imst –Es sollte der erste Schritt zur Energiewende sein, als die Biowärme Imst 2005 eröffnet wurde. Günstiges Heizen und Reduktion von Emissionen erwärmten auch die Gemüter. Seit einiger Zeit gibt es aber hitzige Debatten. Finanzielle Probleme und ein Liquiditätsengpass zwangen die Stadt Imst als Zehn-Prozent-Eigentümer zum Handeln und zur Einberufung einer dringlichen Gemeinderatssitzung.
„Im Nachhinein ist man immer gescheiter, wir haben damals das Bestmögliche beschlossen“, relativierte Hans Strobl, „die steigenden Preise für Hackschnitzel und der explodierende Ölpreis für die Heizspitzen waren nicht voraussehbar.“ Rund eine halbe Million habe man bisher in den Sand gesetzt. Nun möchte die Gläubigerbank die Sache bereinigt wissen. Die Kelag bekundete als 90-Prozent-Eigentümer Interesse an der Übernahme der Anteile der Stadt Imst und drängte auf eine Entscheidung noch im heurigen Jahr. Die musste in dieser Sitzung fallen.
Die Verhandlungen bezüglich des Abtretungsvertrages wurden schon im Vorfeld geführt. Hauptverhandler Vize-BM Stefan Krismer erläuterte die Kernpunkte des Vertragsentwurfes: „Die Betriebspflicht bis 2026 sowie der Ausbau der Versorgung sind vertraglich fixiert. Außerdem wird der Stadt ein Vorkaufsrecht eingeräumt.“ Krismer verdeutlichte auch, dass diese Abtretung um einen Euro die einzige Möglichkeit für die Kommune sei: „Auf uns käme in naher Zukunft außerdem eine Investition von rund 1,5 Millionen Euro zu.“
Die Meinungen waren allerdings kontroversiell und es gab durchaus Stimmen, die die Biowärme „nicht kampflos aufgeben“ wollten. „Es gibt ein Angebot der Bank, das sollten wir abwarten“, schlug Vize-BM Mantl vor. Krismer warnte jedoch eindringlich davor, jetzt zu pokern. „Dann könnten die Häuser kalt sein“, fügte Gstrein hinzu. Es sei nämlich die Gefahr einer Insolvenz gegeben. In diesem Falle seien alle gültigen Verträge außer Kraft gesetzt.
Das Stadtparlament beschloss letztendlich die Abtretung ihrer Anteile an die Kelag um einen symbolischen Euro. Damit sei man alle Verpflichtungen los. Der neue 100-Prozent-Eigentümer wolle den Anschluss an das Erdgasnetz realisieren, um das Erdöl für die Heizspitzen zu ersetzen. Für die Nutzer sei dies künftig auch noch günstiger.
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