Verkehr

Riesige Baustelle in Innsbruck: "Es wird eine schwierige Geschichte"

Der Innrain zwischen Öffi-Terminal und Klinikkreuzung zählt zu einer der wichtigsten Verkehrsadern in Innsbruck. Massive Grabungsarbeiten dort in den kommenden zwei Jahren stellen die Stadt auf eine harte Belastungsprobe.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Jeder kennt ihn. Den Innsbrucker Öffi-Terminal am Innrain. 16 Bus- und Straßenbahnlinien steuern ihn tagtäglich an. Zigtausend Menschen steigen hier ein, aus oder um. Links und rechts davon quält sich nur im Schritttempo zu Spitzenzeiten der motorisierte Individualverkehr (MIV) Richtung Klinikkreuzung oder Marktplatz durch. Insbesondere von Westen nach Osten staut es sich regelmäßig. Doch diese neuralgische Ader soll ab 2014 vom Hauptverkehr regelrecht abgeklemmt werden. Denn nahezu alle Leitungsbetriebe und auch die Verkehrsbetriebe (IVB) werden sich auf diesem Abschnitt – mit Unterbrechungen – bis Ende 2015 zu schaffen machen. Großräumige Umleitungen für den MIV inklusive.

Einer der Hauptgründe ist die Neuverlegung von Geleisen am Innrain zwischen Klinikkreuzung und Bürgerstraße. Dort soll künftig die Straßenbahn fahren, für die Regionalbahn sind die bereits in der Anichstraße verlegten Schienen reserviert. Wo aber die Bahn später drüberfahren soll, müssen zuvor sämtliche unterirdischen Leitungen verlegt und erneuert werden. Als da wären Strom, Wasser, Gas, UPC. Und dort, wo ohnedies eine Baustelle für Behinderungen sorgt, will eine weitere Notwendigkeit gleich in einem Aufwasch erledigt sein: die Sanierung des anschließenden Öffi-Terminals.

„Der Terminal wurde 1995 gebaut. Inzwischen sind die Betonplatten kaputt und auch die Gleisbögen in Richtung Marktgraben gehören ausgetauscht“, sagt der für die IVB zuständige Projektleiter Harald Muhrer.

Eine Totalsperre des Innrains war und ist keine Option. Der innerstädtische Verkehr würde wohl zusammenbrechen – darin sind sich Stadt und IVB einig. Ergo erfolgen die Bauarbeiten in zwei Etappen, wie erst unlängst der Vorstandsvorsitzende der Kommunalbetriebe (IKB), Harald Schneider, mit seinem Projektteam dem Innsbrucker Gemeinderat verdeutlichte.

In der ersten Phase soll die nördliche Innrain-Fahrspur angegangen werden. Diese soll von März bis Oktober/November 2014 andauern. Ein früherer Zeitpunkt ist nicht möglich, weil in der Niederwasserperiode zuvor die IKB am Herzog-Siegmund-Ufer am Vortrieb des Abwassersammelkanals West arbeiten. Diese Straße soll aber während der Innrain-Arbeiten den Markthallen-Verkehr zur Universitätsbrücke ableiten. Während die Öffis in der Bauzeit auch weiter über den südlichen Inn­rain fahren (und den Terminal ansteuern) sollen, muss der MIV weiträumig ausweichen. Hinweisschilder bereits auf den Autobahnen sind geplant. Außer dem lokalen Ziel- und Quellverkehr werden alle übrigen Verkehrsteilnehmer bereits an der Klinikkreuzung bzw. Innbrücke über die Mariahilfstraße und Höttinger Au umgeleitet. Eine Route, die schon überlastet ist. „Es wird eine schwierige Geschichte“, sagt Muhrer. Es gebe aber keine andere Möglichkeit. 2015 erfolgt dasselbe Spiel seitenverkehrt – dann wird der südliche Innrain-Teil angegangen. Umleitungen inklusive.

Noch seien die Detailplanungen aber nicht abgeschlossen, Änderungen deshalb möglich. Muhrer bestätigt, dass es bereits am 19. Dezember in den Raiffeisensälen eine Infoveranstaltung für die Wirtschaftstreibenden und im Jänner 2014 eine für die Anrainer geben werde.