Landespolitik

Geisler müsste sich Wechsel nach Wien „genau überlegen“

Der Bauernbundobmann und Landeshauptmannstellvertreter wurde in den vergangenen Wochen wiederholt als Kandidat für den Posten des Landwirtschaftsministers gehandelt.

Innsbruck – Tirols Bauernbundobmann und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) lässt einen möglichen Wechsel nach Wien offen. Wenn man ihn fragen würde, ob er Landwirtschaftsminister werden wolle, müsste er sich das „ganz genau überlegen“, meinte er bei einer Pressekonferenz zum Thema „Kürzungen im Agrarbudget“ in Innsbruck. In den vergangenen Wochen wurde Geisler wiederholt als Kandidat für den Posten gehandelt.

„Ich fühle mich in Tirol sehr wohl“, meinte Geisler am Donnerstag gegenüber der APA. Das Thema Landwirtschaftsminister stehe derzeit nicht im Raum, fügte der Bauernbundobmann hinzu. Er wolle indes noch vor den Verhandlungen den Verantwortlichen in Wien bewusst machen, dass viele Tiroler Bauern bei Kürzungen im Agrarbudget ihre Höfe schließen müssten.

Es bestehe die Gefahr, dass der Bundesanteil der Kofinanzierung um bis zu 40 Prozent zurückgeschraubt werde, meinte der Bauernbundobmann. „Auf Gesamttirol gerechnet würde jeder Bauer im Schnitt 1.400 Euro pro Jahr verlieren“, sagte Geisler. Dabei sei man bereits auf einem Stand, der es nicht mehr erlauben würde, noch weiter nach unten zu gehen.

„Die österreichischen Landesagrarreferenten und alle Landeshauptleute haben sich bereits 2012 für ein gleich hoch dotiertes Programm der ländlichen Entwicklung ausgesprochen. Tirol garantiert seinen Anteil. Jetzt ist der Bund am Zug“, meinte Geisler. Es liege nun an den Vertretern in Wien zu beweisen, dass sie ihre bereits gemachten Zusagen halten. Der Bauernbundobmann stellte auch eine mögliche Demonstration in Wien in den Raum. „Wenn es notwendig wird, müssen wir eine große Aktion starten“, erklärte Geisler.

Oppitz-Plörer verließ Vorwärts Tirol

Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer hat unterdessen ihre Ankündigung, die in Grabenkämpfe verstrickte Partei Vorwärts Tirol im Herbst zu verlassen, wahr gemacht. „Dieser Schritt war immer so geplant“, erklärte sie gegenüber der Kronen Zeitung. „Ich wollte als Gründungsmitglied dabei sein, diese Gruppe mit aus der Taufe heben. Das Laufen lernen hat aber nun selbstständig zu erfolgen“, argumentierte Oppitz-Plörer. In einem Brief an Parteiobfrau Anna Hosp meinte sie: „Wir haben in den vergangenen Monaten viel Erfahrung gesammelt. Wir haben in einem schwierigen Umfeld in kürzester Zeit viel geschaffen“. Jetzt sei aber der richtige Zeitpunkt für einen Rückzug gekommen. Zudem regte Oppitz-Plörer an, dass beide Seiten – gemeint sind die Landtagsfraktion mit Klubobmann Hans Lindenberger an der Spitze sowie auf der anderen Seite Hosp – aufeinander zugehen sollen. (APA)