Österreich

Obdachlose in ÖBB-Züge: Bahn stellt Halle in Wien zur Verfügung

Von November bis März finden die Betroffenen Unterschlupf in dem 250 Quadratmeter großen Gebäude. Die Betreuung dafür habe das Rote Kreuz übernommen.

Wien – Weil immer wieder Obdachlose in Zügen, die in Wien über Nacht abgestellt waren, genächtigt haben, haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) in Wien-Liesing eine Halle für Wohnungslose zur Verfügung gestellt. Von November bis März kann das 250 Quadratmeter große Gebäude genutzt werden.

Da die abgestellten Züge auch über Nacht gewärmt worden sind, haben dort Obdachlose aufgrund der herrschenden Kälte Schutz gesucht. Wegen der Gefahr durch Stromschläge, der Verletzungsgefahr und weil es immer wieder zu Vandalismus kam, sind die rund 100 Wohnungslosen des Grundstückes verwiesen worden.

„Es ist wirklich gefährlich, wenn Menschen bei Gleisanlagen herumsteigen, vor allem im Winter, wenn es rutschig oder eisig ist. Die Verletzungsgefahr ist riesig“, bestätigte ÖBB-Sprecher Michael Braun einen Bericht des ORF. Als Bahnlaie könne man die Gefahr nicht erkennen, auch bei abgestellten Waggons könne nämlich der Strom bodennah sein. Ein Kontakt mit 15.000 Volt ist laut Braun tödlich.

Die ÖBB arbeiten deshalb schon seit geraumer Zeit mit der Caritas, dem Fonds Soziales Wien sowie dem Roten Kreuz zusammen. Heuer sei es der dritte Winter, in dem Räumlichkeiten von der ÖBB für Obdachlose zur Verfügung gestellt werden. Die Halle am Liesinger Platz werde von den Bahnmitarbeitern nicht mehr genutzt und stehe nun bis Ende März für die Wohnungslosen zur Verfügung. „Wir haben zwar Kosten, aber das nehmen wir gerne in Kauf“, so Braun. Die Betreuung dafür habe das Rote Kreuz übernommen.

In Innsbruck ist eine solche Einrichtung nocht notwendig. „Bei uns kommt es nur ganz, ganz selten vor, dass jemand Unterschlupf in einem Zug sucht“, sagte ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel gegenüber der Tiroler Tageszeitung. An den Bahnhöfen würden zudem die Züge und Waggons bewacht, vor allem, um Graffiti-Sprayer abzuhalten. (APA, tt.com)