Gesellschaft

Durchreiseplatz für Roma und Sinti bei Lienz geplant

Zwanzig bis dreißig Wohnwägen sollen in der Nähe der B100 Platz bekommen. LR Baur lässt zurzeit die Eignung des Platzes prüfen.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Es war das einzige Angebot aus ganz Tirol, das die Soziallandesrätin Christine Baur bekommen hat, und es kam aus Osttirol: Dabei geht es um einen Lagerplatz, auf dem durchreisende Roma, Sinti und Jenische ihre Wohnwägen aufstellen können. Eine Privatperson sei es, erklärt Baur bei einem Pressegespräch in Lienz, das im Rahmen ihres Bezirkstages stattfand. „Das Grundstück befindet sich an der Grenze des Lienzer Talbodens zum Oberland und erscheint mir als geeignet. Aber ich habe trotzdem eine Studie in Auftrag gegeben, wie ein solcher Platz aussehen sollte.“

Wichtig sei dabei, dass das Areal sich entlang der Reiseroute der Volksgruppen befinde. „Zwischen zwanzig und dreißig Wohnwägen hätten dort Platz, und das Ganze kann man sich wie einen Campingplatz vorstellen“, gibt Baur Auskunft. Die Benützer des Areals würden auch Gebühren dafür entrichten. Laut Baur gibt es in Österreich Durchreiseplätze dieser Art bereits in Braunau und Linz. Mit dem Osttiroler Angebot würde nun auch ein Standort im Westen Österreichs dazukommen.

Aus Behördensicht ist die Zustimmung der Gemeinde erforderlich, informiert Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Mit dem Bürgermeister hätte es bereits ein Gespräch gegeben. „Eventuell sind noch baurechtliche Fragen zu klären“, sagt Reisner.

Dem Vernehmen nach soll sich der Platz in der Gemeinde Leisach befinden. Bürgermeister Dietmar Zant ist zurzeit auf Urlaub und telefonisch erst wieder nächste Woche erreichbar. Der Leisacher Vizebürgermeister Bernhard Zanon meint: „Ich weiß nichts davon und kann deshalb nichts dazu sagen.“

Das fahrende Volk zieht immer wieder durch Osttirol. Nicht unweit von Leisach, im Osttiroler Pustertal, machte im Jahr 2005 ein Campingplatzbesitzer in Strassen von sich reden. Der Mann hatte bei der Rezeption das Schild „Kein Platz für Zigeuner“ angebracht. Heftige Proteste, auch von anderen Benützern des Campingplatzes, folgten. Der Betreiber erhielt eine Anzeige, schließlich entfernte er das Schild wieder.