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Draghi dämpft Spekulationen über negativen Zins

Seit der letzten Zinssitzung gibt es nichts Neues, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank.

Berlin - EZB-Chef Mario Draghi hat Spekulationen über einen negativen Zins im Euroraum zurückgewiesen. „Bitte schließen Sie nicht aus dem, was ich heute sage, auf die Möglichkeit negativer Einlagezinsen“, sagte Draghi am Donnerstag auf einer Konferenz in Berlin. Das Thema sei zwar bekannterweise auf der jüngsten Zinssitzung angesprochen worden. „Doch seither gibt es nichts Neues“, fügte Draghi hinzu.

Der EZB-Chef spielte dabei auf einen Medienbericht an, wonach die Zentralbank erstmals in ihrer Geschichte ernsthaft einen negativen Zins erwäge.

Die Agentur Bloomberg hatte unter Berufung auf zwei mit den Debatten in der Notenbank vertrauten Personen berichtet, der unter dem Leitzins liegende sogenannte Einlagesatz könne auf minus 0,1 Prozent von derzeit 0,0 Prozent gekappt werden. Dies käme de facto einem Strafzins für jene Banken gleich, die Geld wegen der andauernden Vertrauenskrise im Finanzsektor lieber sicher bei der EZB parken statt Kredite zu vergeben.

Nach der Aussage Draghis hat sich der Euro erholt. Der Euro kostete gegen 18 Uhr 1,3467 US-Dollar und notierte damit knapp unter seinem Tageshöchstkurs. Im frühen Handel war der Euro noch bis auf 1,34 US-Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,3472 (Dienstag: 1,3527) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7423 (0,7393) Euro.

Die Währungshüter hatten Anfang November ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Der EZB-Rat entscheidet Anfang Dezember das nächste Mal über die Zinsen. EZB-Chef Draghi hatte kürzlich erklärt, die Zentralbank sei technisch bereit für negative Zinsen. Kritiker fürchten, unerwünschte Nebenwirkungen eines solchen Schritts. (APA/Reuters)