Standort Tirol

Arlbergregion setzt auf neue Sommer-Karte

Der Tourismusverband St. Anton am Arlberg führt eine Sommerkarte ein – nicht wie ursprünglich geplant 2014, sondern erst ein Jahr später.

Von Paul Schranz

St. Anton –Ursprünglich war von Aufsichtsrat und Vorstand des TVB St. Anton geplant gewesen, die Kurtaxe bereits im kommenden Winter zu erhöhen. Nach einer kurzen, intensiven Vorbereitungszeit sollten die neuen Tarife eingeführt werden, um die Sommerkarte finanzieren zu können. Bei einer Informationsveranstaltung im Arlbergsaal gingen kürzlich die Wogen hoch. Vermieter machten ihrem Ärger Luft: Die Vorbereitung sei zu kurz, den Gästen nicht zuzumuten, plötzlich eine höhere Ortstaxe als vereinbart zahlen zu müssen.

Bei der Vollversammlung des TVB diese Woche in der WM-Halle stand das Thema erneut zur Diskussion. „Das Produkt Sommerkarte und die Finanzierung wurden gutgeheißen. Allerdings hat die schnelle Einführungsphase für Diskussionen gesorgt“, betonte TVB-Direktor Martin Ebster.

Deshalb hätten der Vorstand und der Aufsichtsrat am 12. November beschlossen – eine positive Abstimmung in der Vollversammlung vorausgesetzt –, die Kurtaxenerhöhung am 1. November kommenden Jahres und die Sommerkarte ab 2015 einzuführen. Die Erhöhung der Kurtaxe von derzeit 1,50 Euro im Sommer und 1,80 Euro im Winter auf ganzjährig 2,60 Euro – gültig ab November 2014 – wurde von der Vollversammlung schließlich mit 67 Prozent befürwortet. Bei der Diskussion zum Thema wurde u. a. angeregt, statt der Erhöhung der Aufenthaltsabgabe den Promillesatz anzuheben. „Wir haben mit 16,2 Promille bereits den höchsten Satz in Tirol“, entgegnete TVB-Obmann Richard Walter.

Die St.-Anton-Sommerkarte wird es in zwei Varianten geben: Die Basis-Variante mit einem Grundangebot der Freizeitaktivitäten, die kostenlos an alle Gäste ausgegeben wird, und die aufbuchbare Premium-Karte (der Preis steht noch nicht fest) mit einem deutlich erweiterten Angebot und Rabatten in den Geschäften der Ferienregion.

Die Karte wird rund 800.000 Euro pro Jahr kosten, die Arlberger Bergbahnen tragen nach eigenen Angaben 250.000 Euro dazu bei. Rund 350.000 Euro vom Jahresbudget sollen für Infrastrukturmaßnahmen im Sommer übrig bleiben.

„Vor sieben Jahren waren wir eine der ersten Regionen, die eine Sommerkarte hatten. Allerdings waren damals die Bergbahnen nicht dabei. Deshalb ist das Projekt auch gescheitert“, so Direktor Martin Ebster.