Der bayerische 1000-Kilometer-Stiefel
Seit dem Sommer ist der frisch geliftete BMW 5er am Start. Wie bei vielen anderen Premium-Limousinen stellt sich auch hier die Frage: Großer Achtzylinder oder kleiner Turbo? Doch schon der Basis-Diesel überzeugt nicht nur mit seinem Verbrauch.
Von Lukas Letzner
BMWs Premium-Limousine befindet sich mittlerweile im so genannten zweiten Frühling. Bei der Überarbeitung begnügten sich die Designer aber mit kleineren Retuschen am sonst so eleganten Gewand des 5ers. Angesichts der guten Verkaufszahlen schon vor dem Facelift ist das auch kein Wunder. Eine neue Front, serienmäßige Xenon-Scheinwerfer und aufgemotzte Assistenzpakete sind die wichtigsten Neuerungen. Außerdem kann der Interessent das erste Mal aus unterschiedlichen Designlinien wählen. Dank Luxury-Line verwöhnte uns der 5er mit Ledersitzen samt Sitzheizung, einem Sportlenkrad, zahlreichen Chromelementen innen wie außen und Einstiegsleisten samt beleuchtetem BMW-Logo.
Hinter der modifizierten Doppelniere unseres Testwagens verrichtete der 2-Liter-Basis-Selbstzünder sein Tagwerk. Der Vierzylinder leistet 184 PS und stellt schon knapp über der Leerlaufdrehzahl ein Drehmoment von 380 Nm zur Verfügung. Der Sprint auf Landstraßentempo gelingt so in 8,1 Sekunden.
Lenkung und Fahrwerk wissen, wie könnte man es aus Bayern auch anders erwarten, zu überzeugen. Selbst auf verschneitem Untergrund folgt der 5er jeder Lenkbewegung und in schneller gefahrenen Kurven kommt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, dass man die 1,8 Tonnen schwere Limousine nicht unter Kontrolle hätte. Zugegeben: Unser BMW konnte bei Bedarf auf alle vier Räder zurückgreifen, denn das xDrive-System war mit an Bord.
Wem das Fahrgefühl in der Komfortstellung des Fahrerlebnisschalters übrigens nicht knackig genug ist, der braucht diesen nur in den Sport-Modus zu stellen. Gaspedalkennlinie, Dämpfer und Lenkung reagieren dann nämlich noch spitzer.
In unserem Testwagen wurde der Motor zudem mit der wunderbar abgestimmten Achtgang-Wandlerautomatik verkuppelt. Bei vergleichsweise geringer Kraftanforderung sortiert sie die Gänge butterweich, im Sport-Modus reagiert sie dann bedeutend flotter auf die Befehle des rechten Fußes.
Übrigens: Beim ersten Einsteigen wies uns der Bordcomputer des 5ers eine Reichweite von 1146 km aus. Angesichts des Testverbrauchs von 6,7 Litern in 14 Tagen ist das ein Wert, der sich durchaus erreichen lässt.
Allerdings hat der Luxus im 520d xDrive auch seinen Preis: Österreich-Paket und Business-Paket machen aus dem Basispreis von 49.800 Euro schnell 72.321 Euro.
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