Rom will 2014 mit Privatisierungen zwölf Milliarden Euro einnehmen
Um die leeren Staatskassen zu füllen, will die italienische Regierung im kommenden Jahr Privatisierungen vorantreiben. Das Vorhaben soll zwölf Milliarden Euro bringen.
Rom - Italiens Regierung will mit Privatisierungen Geld in die klammen Kassen bringen. Der Ministerrat legte ein erstes Paket vor, das im nächsten Jahr bis zu zwölf Milliarden Euro einbringen soll. Die Mittel sollen unter anderem die Staatsverschuldung dämpfen. Wirtschafts- und Finanzminister Fabrizio Saccomanni gehe damit gestärkt in die Brüsseler Beratungen über die Budget-Empfehlungen für das kommende Jahr, sagte Regierungschef Enrico Letta am Donnerstagabend. Die Behörde hatte in der vergangenen Woche erstmals die Haushaltsentwürfe der Eurostaaten bewertet und Italien dabei kritisiert.
Das Privatisierungspaket war seit längerem in Vorbereitung. Es umfasst unter anderem den Verkauf eines dreiprozentigen Anteils an dem Ölkonzern Eni im Wert von zwei Milliarden Euro; die Beteiligung des Staates an dem Konzern soll aber Medienberichten vom Freitag zufolge nicht unter 30 Prozent fallen.
Ferner bezieht der Plan sieben weitere Unternehmen ein, darunter die Gesellschaft Grandi Stazioni, die als Tochter der Staatsbahnen Ferrovie dello Stato (FS) die Bahnhöfe betreibt, das größte italienische Schiffbauunternehmen Fincantieri, und die für Flugsicherung zuständige Enav.
Letta kündigte an, ein weiteres Privatisierungspaket werde folgen. Kritik kam unter anderem von der Chefin der größten Gewerkschaft Cgil, Susanna Camusso. Sie sprach von einen „Ausverkauf“. (dpa)
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