Der Abschluss im zweiten Anlauf
Das Arbeitsmarktservice und das BFI Tirol setzen im Bezirk Kitzbühel auf den zweiten Bildungsweg. Bei verschiedenen Lehrgängen können Erwachsene eine Lehrabschlussprüfung nachholen.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Die Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen – dieses Ziel hat eine neue Initiative von Arbeitsmarktservice (AMS) Kitzbühel und BFI Tirol. „Es gibt den Facharbeitermangel in fast allen Sparten, wir wollen dagegen etwas tun“, schildert Manfred Dag, Chef des AMS in Kitzbühel. So bietet das AMS nun einen Ausbildungsschwerpunkt zur Lehrausbildung im zweiten Bildungsweg. Derzeit läuft ein Vorbereitungskurs auf die Lehrabschlussprüfung Koch und Restaurantfachfrau. Zusammen mit dem BFI werden elf Teilnehmer ein Jahr lang auf den Lehrabschluss in den beiden Berufen vorbereitet.
Derzeit läuft gerade das erste Theorie-Modul. „Über den Winter sammeln die Teilnehmer dann praktische Erfahrung in einem Betrieb“, schildert Eva Knapp-Rier vom BFI. Bevor es dann im Frühjahr wieder zurück auf die Schulbank geht. Teilnehmer sind vor allem junge Erwachsene. „Es gibt verschiedene Gründe, warum sie keinen Lehrabschluss haben. Manche arbeiten in dem Beruf schon länger und andere haben vielleicht im ersten Bildungsweg abgebrochen“, erklärt Dag. Etwas Erfahrung in dem angestrebten Beruf ist eine der Voraussetzungen, um dieses AMS-Angebot nutzen zu können. „Und die jeweilige Person muss den Abschluss auch wirklich machen wollen, sonst bringt es nichts“, sagt Dag.
Den Lehrabschluss nachzuholen, sei gar nicht so einfach, wie Anna Boscarolli schildert. „Vor allem das Lernen muss man erst wieder lernen. Ich bin zwar noch nicht so lange aus der Schule, aber das war schon das Schwierigste, hier wieder reinzukommen“, schildert Boscarolli. Sie ist eine der elf Teilnehmer des derzeitigen Kurses. Die junge Frau war schon einige Jahre als Köchin tätig. „Mir macht Kochen einfach viel Spaß, und ich wollte nun auch einen richtigen Abschluss machen“, sagt die Teilnehmerin. Im ersten Anlauf hatte sie eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau gemacht, aber nicht bis zu Ende gebracht.
Aber nicht nur in Praxis und Theorie werden die Teilnehmer geschult, es gibt auch einen Sozialpädagogen, der sie betreut. „Es ist wichtig, herauszufinden, warum es beim ersten Ausbildungsweg nicht geklappt hat. Hier kann den Teilnehmern zum Beispiel bei Prüfungsangst geholfen werden oder einach nur dabei, dass sie das Ganze auch bis zu Ende durchziehen“, sagt Nicole Eder vom BFI. In anderen Bezirken Tirols gibt es das Angebot bereits, die Abschlussquote sei sehr gut, so Eder. So schaffen 80 Prozent der Teilnehmer die Lehrabschlussprüfung im ersten Anlauf. Damit haben sie am Arbeitsmarkt deutlich mehr Chancen, betont AMS-Chef Dag. Immerhin 33 Prozent der als arbeitslos vorgemerkten Personen im Bezirk Kitzbühel haben keinen Abschluss
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