NS-Gräberfeld: Opfer in Gruft wiederbestattet
Die geborgenen Leichen aus dem NS-Gräberfeld der Psychiatrie Hall werden in einer Gruft wiederbestattet. Eine Mauer erinnert an die Toten.
Von Brigitte Warenski
Hall –228 Leichen wurden auf dem ehemaligen NS-Friedhof, der zur Psychiatrie Hall gehört, geborgen. Bis Ende des Jahres werden die sterblichen Überreste wissenschaftlich untersucht, danach werden sie zur Wiederbestattung auf dem städtischen Friedhof in Hall freigegeben. „Es kommen wahrscheinlich 220 Tote in die Gruft, die von Architekt Markus Illmer geplant wurde. Es dürften nach bisherigem Stand acht Tote sein, die in Familiengräber rückgeführt werden sollen“, erzählt Werner Mössl, der für den Bau der letzten Ruhestätte verantwortlich ist, bei einem Lokalaugenschein. Ende November soll die Gruft fertig sein, „die teilweise mit weißem Marmor verkleidet wird. In der Säule wird ein ewiges Licht brennen, auf einer Marmorplatte stehen die Namen der Verstorbenen“, so Mössl. Als Erinnerung an die Patienten der Psychiatrie Hall, die alle in den Jahren zwischen 1943 und 1945 gestorben sind, ist auch eine Mauer am Gelände des ehemaligen NS-Gräberfelds entstanden. Jede der Aussparungen der Mauer erinnert an einen Toten. „Wir werden dort weiters eine Gedenktafel anbringen. Sie kann aber erst angefertigt werden, wenn wir uns über den genauen Text im Klaren sind. Und den kann es erst geben, wenn der endgültige Bericht der Historikerkommission auf dem Tisch liegt“, erklärt Wolfgang Markl, kaufmännischer Direktor des Landeskrankenhauses Hall. Historischer, archäologischer und forensischer Endbericht sollen laut Markl im Frühjahr 2014 fertig sein. Auch wenn noch die letzten Untersuchungen ausstehen, kann bereits gesagt werden, „dass die Menschen nicht aktiv getötet wurden. Man konnte aber feststellen, dass viele an Mangelerscheinungen gelitten haben und Brüche aufwiesen“, so Markl. Fix ist auch, dass der versprochene künstlerische Wettbewerb stattfinden wird. „Daraus soll hervorgehen, wer das Erinnerungszeichen gestalten wird, das wir an prominenter Stelle am Krankenhausareal errichten wollen.“
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