Schüler machen mobil

Wegen Zentralmatura: Nun drohen auch die Schüler mit Streik

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„Viele Schüler fühlen sich unzureichend vorbereitet und sind ein Jahr vor dem Maturatermin verunsichert“, sagen die Schülervertreter. Sollten bis zum 6. Dezember die Probleme nicht gelöst werden, droht die Schülerschaft mit Kampfmaßnahmen.

Wien - Auch die Schülervertreter drohen mit Streik - allerdings nicht wie die Lehrer gegen das neue Dienstrecht, sondern gegen die 2014/15 an den AHS und ein Jahr später an den BHS startende Zentralmatura. Bundesschulsprecherin Angi Groß von der VP-nahen Schülerunion forderte in einer Aussendung, bis 6. Dezember anstehende Probleme bei der Gestaltung der neuen Reifeprüfung zu lösen.

Mehrere Facebook-Initiativen

Zumindest in Sachen Streikbereitschaft haben die Schülervertreter von ihren Lehrern schon etwas für das Leben mitbekommen. Inspiriert von mehreren Facebook-Initiativen mit insgesamt rund 50.000 Likes, will die Schülerunion einen Dialog mit Unterrichtsministerium und dem Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das die neue Reifeprüfung konzipiert, erreichen.

„Viele Schüler fühlen sich unzureichend vorbereitet und sind ein Jahr vor dem Maturatermin verunsichert. Jetzt ist das Ministerium am Zug. Andernfalls überlegen wir seitens der Schülerschaft andere Instrumente einzusetzen. Eine Option ist ein Schüler-Streik“, so Schülerunion-Obmann Thomas Gaar.

Konkret bemängeln die Schülervertreter bei der Zentralmatura, dass die als Vorbereitung durchgeführten, schon nach Reifeprüfungskriterien bewerteten Schularbeiten schlecht ausgefallen sind. Deshalb müssten die Bewertungskriterien in Zusammenarbeit mit der Schulpartnern umgestellt werden.

Wenig Vorbereitungszeit, keine Wörterbücher

Weitere Kritikpunkte: Die Umstellung der Schulbücher habe zu lange gedauert, nur zwei Jahre Vorbereitungszeit mit den aktuellen Materialien seien zu kurz. Außerdem dürften bei der Zentralmatura an den AHS sowie teils auch an den BHS bei den Fremdsprachen-Prüfungen keine Wörterbücher verwendet werden. Die Vorbereitungszeit zwischen schriftlicher und mündlicher Matura wäre mit zwei Wochen zu kurz, und Schüler aus dem Westen hätten aufgrund des später startenden Schuljahrs eine Woche weniger Zeit zur Maturavorbereitung.

„Jetzt müssen sofort die ersten Schritte gesetzt und die großen Fragen gelöst werden. In der nächsten Phase muss endlich die Kommunikation zwischen bifie - Lehrern - Schülern funktionieren. Andernfalls ziehen wir durchaus andere Kampfmaßnahmen in Betracht“, sagte Bundesschulsprecherin Groß. Die Schülervertreter fordern weiters eine Lösung für jene Schüler, die heuer sitzenbleiben und daher im Jahr darauf in die Zentralmatura-Regelung fallen. Hier seien zwar Sommer-Kurse versprochen, aber noch keine Pläne dafür vorgelegt worden. (APA, TT.com)

Folgende Punkte stoßen bei den Schülern auf Unverständnis

Im Wortlaut:

- Auf Anfrage der Bundesschülervertretung haben Schüler aus etlichen Schulen die Ergebnisse ihrer ersten Mathematik-Schularbeit im heurigen Jahr eingeschickt. Ergebnis: 75 Prozent negative Schularbeiten. Das sorgt ein Jahr vor Prüfungsantritt für Unsicherheit bei den Schülern. Die Schüler fordern eine Überarbeitung der Bewertungskriterien in Zusammenarbeit mit den Schulpartnern.

- Die Umstellung der Schulbücher hat zu lange gedauert. Nur zwei Jahre Vorbereitungszeit mit den aktuellen Materialien sind zu kurz. - In den AHS (und teilweise in BMHS) darf bei der Fremdsprachen-Matura kein Wörterbuch verwendet werden. Die Schüler fordern ein Wegkommen vom starren Auswendiglernen von Vokabeln, hin zur richtigen Entwicklung eines Sprachgefühls. Im 21. Jahrhundert, wo jeder auf dem Smartphone ein Wörterbuch mit sich führt, muss eine zeitgemäße Lösung gefunden werden.

- Die Vorbereitungszeit zwischen schriftlicher und mündlicher Matura ist mit zwei Wochen zu kurz.

- Schüler aus den westlichen Bundesländern haben eine Woche weniger Zeit für die Maturavorbereitung in der Abschlussklasse (späteres Ferienende).

- Es gibt noch immer keine Lösung für Sitzenbleiber, die überraschend in das neue System fallen. Vor einigen Monaten wurde vom bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung, zuständig für die Umsetzung der neuen Matura) Sommer-Kurse für die Betroffenen zugesichert. Konkrete Pläne wurden noch immer nicht vorgelegt.

- Es scheitert derzeit erheblich an der Kommunikation zwischen bifie - Lehrer - Schüler. Informationen kommen teilweise sehr spät oder gar nicht ins Klassenzimmer.