Natur

Muren-Ablenkdamm im Halltal nimmt Gestalt an

Eine neue Rinne mit Damm soll Muren im Halltal künftig eine andere Richtung geben. Die Arbeiten an dem Projekt sind in vollem Gange.

Von Nikolaus Paumgartten

Absam –Ein Gelände mit bis zu 50 Prozent Steigung. Steine und Felsbrocken, die zu Tal stürzen. Ein instabiler Untergrund, auf dem jeder Schritt vorwärts gleichzeitig wieder ein halber zurück ist. Die Arbeitsbedingungen am Absamer Muren-Ablenkdamm im Halltal sind extrem. So extrem, dass es zu gefährlich ist, wenn am gleichen Hang auf unterschiedlicher Höhe gearbeitet wird. Nicht zuletzt deshalb liegt man mit dem Projekt einige Monate hinter dem Zeitplan, wie Christian Klenkhart vom verantwortlichen Planungsbüro gestern bei einem Lokalaugenschein erklärte.

Absams Bürgermeister Arno Guggenbichler hatte geladen, um die Projektpartner und Vertreter der Weggemeinschaft Halltalstraße über den aktuellen Stand der Arbeiten zu informieren.

Wie berichtet, baut die Gemeinde Absam mit finanzieller Unterstützung von Land und EU im Halltal einen Ablenkdamm, um die Halltalstraße in der Zukunft vor Murenereignissen zu schützen. Nicht mit dem Ziel, die Straße für den allgemeinen Verkehr wieder freizugeben, sondern um die notwendigen Fahrten von Hüttenwirten, Waldbesitzern und Saline auch in Zukunft garantieren zu können.

Die neu geschaffene Murrinne mit einer Länge von 600 Metern soll Muren künftig taleinwärts und damit an der Straße vorbeileiten.

Weil bei den Arbeiten große Latschenflächen zerstört werden, ist die Schaffung entsprechender Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen – teilweise durch Aufforstung, aber auch durch so genannte Vegetationstransplantation. Dabei werden bewachsene Flächen abgetragen und anderenorts wieder aufgetragen. Eine ökologische Bauaufsicht überwacht die Arbeiten in dem sensiblen Gebiet des Naturparks Karwendel.

Das rund 400.000 Euro teure Projekt soll bis zum Sommer 2014 abgeschlossen sein.