Land befürchtet auch „Lkw-Lawine“ durch Kufstein
„Ein temporäres Lkw-Fahrverbot an Reisesamstagen im Winter bei Kufstein-Süd zieht weiteren Verkehr in die Festungsstadt“, reagiert LHStv. Ingrid Felipe erzürnt auf eine „Bumerang“-Maßnahme von Verkehrsministerium und Asfinag.
Kufstein - Im Zuge der Auseinandersetzung rund um das geplante Ende der Mautfreiheit auf der Inntalautobahn bei Kufstein ab dem 1. Dezember gibt es nun auch auf einem Nebenschauplatz Streit zwischen dem Land Tirol und dem Verkehrsministerium bzw. der Asfinag. Tirols LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) befürchtet, dass mit 1. Dezember eine „Lkw-Lawine“ durch die Stadt rollen wird. Grund dafür sei ein verhängtes, temporäres Lkw-Fahrverbot an Reisesamstagen im Winterreiseverkehr bei der Anschlussstelle Kufstein-Süd. Das Fahrverbot war seitens des Bundes als eine der Maßnahmen gegen die von den Gegnern des Ende der Mautfreiheit befürchteten Verkehrslawine erlassen worden.
Es gebe nämlich eine Ausnahme vom Lkw-Fahrverbot durch die Stadt Kufstein, argumentierte Felipe am Freitag in einer Aussendung. Ausgenommen seien „Fahrten im Ziel- oder Quellverkehr hinsichtlich jener Gebiete, die ohne Benutzung der vom Verbot erfassten Wegstrecke nicht erreicht werden können.“
„Die Maßnahme soll laut Asfinag eine Entlastung für Kufstein bringen. Aber offenbar wird das Gegenteil der Fall sein“, kritisierte die Landeshauptmannstellvertreterin. Sie sehe dies als „symptomatisch“ für den Umgang des Verkehrsministeriums mit Kufstein, so Felipe. Denn die Maßnahme sei ohne Abklärung mit dem Land verordnet worden. „Wir hätten dem Verkehrsministerium sagen können, dass diese Maßnahme ein Bumerang wird. Aber wir wurden hier vor vollendete Tatsachen gestellt“, meinte sie. Felipe forderte das Verkehrsministerium erneut auf, sich „konstruktiv in eine gemeinsame Planung von Maßnahmen einzubringen“. Der Verkehrsgipfel in Kufstein mit deutschen Bundestagsabgeordneten, österreichischen Nationalratsabgeordneten, zahlreichen Bürgermeistern und Experten am 29. November habe genau diesen Zweck.“
Asfinag verteidigt Maßnahme
Die Asfinag ging unterdessen in die Gegenoffensive. Das temporäre Lkw-Fahrverbot sei eine „angemessene und wirksame Maßnahme im Sinne der Verkehrssicherheit“, hieß es in einer Aussendung. Es verbessere den Verkehrsfluss, da insbesondere der Tankverkehr an den Reisesamstagen zu Verkehrsbehinderungen an Kreisverkehren und an der Anschlussstelle selbst führe. Dieser Tankverkehr sei „definitiv kein Ziel- und Quellverkehr“.
Ein verkehrstechnisches Gutachten würde belegen, dass der Bereich „grundsätzlich über das öffentliche Straßennetz erreichbar ist und somit die vom Land Tirol zitierte Ausnahmeregelung des Lkw-Fahrverbotes im Stadtgebiet von Kufstein nicht schlagend ist“, erklärte der Straßenerhalter. Zudem würde das Lkw-Fahrverbot an den Samstagen ohnehin nur zwischen 07.00 Uhr und 12.00 Uhr gültig sein. (TT.com, APA)
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