Schwaz kassierte Niederlage mit der Schlusssirene
In der Handball League Austria unterlag Schwaz Handball Tirol gestern bei West Wien 27:28. Bundesligist Innsbruck steht im Cup-Viertelfinale.
Von Tobias Waidhofer
Wien –„Eine Schlüsselpartie“ hatten die Verantwortlichen der Schwazer Handballer vor dem Auftritt bei West Wien ausgerufen. „Sie sind einer unserer Hauptkonkurrenten und eine gute Mannschaft“, kennt Sportkoordinator Thomas Lintner die Stärken des gestrigen Gegners. Auch die Wiener hatten eine gehörige Portion Respekt vor den Tirolern gezeigt. Kein Wunder: Schließlich hatten die seit sieben Spielen ungeschlagenen Hauptstädter ihre letzte Niederlage am 21. September ausgerechnet in Schwaz kassiert.
Es entwickelte sich von Beginn an ein ausgeglichenes Spiel, bei dem sich keines der beiden Teams absetzen konnte. Nach einem Doppelschlag durch Mindaugas Andriuska und Dominik Bammer führten die Schwazer zwischenzeitlich mit zwei Toren Abstand (8:6/10 Minute).
Die Wiener reagierten und zogen ihrerseits mit 13:10 davon. In der Folge war ein Riss im Schwazer Spiel zu bemerken, auf den Trainer Erwin Gierlinger mit einem Timeout reagierte. Das wirkte: Die Tiroler kämpften sich wieder heran, es ging mit einem knappen 15:16-Rückstand in die Pause.
Auch im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild: Die Silberstiere, die ohne den gesperrten Drago Perovic dafür mit Rückkehrer Andrius Rackauskas angetreten waren, blieben an den Hauptstädtern dran.
In Minute 50 schoss Kapitän Kresimir Marakovic die Tiroler in Führung (24:23), mit einem Punkt oder gar einem Sieg wurde es aber nichts. Quasi mit der Schlusssirene schoss Markus Wagesreiter doch noch zum 28:27 für West Wien ein. „Wir fühlen uns schon ein bisschen verschaukelt“, ärgerte sich Schwaz-Trainer Erwin Gierlinger. „Als die Schlusssirene ertönte, war der Wurf von Wagesreiter noch in der Luft. Wir hätten uns mindestens einen Punkt verdient gehabt.“
Für medalp Innsbruck Handball Tirol war Wien hingegen ein guter Boden: Zuerst hatten die Innsbrucker am Samstag im Bundesliga-Spitzenspiel bei WAT Fünfhaus einen knappen 27:26-Erfolg gefeiert, gestern ließ das Team von Trainer Harald Winkler im ÖHB-Cup-Achtelfinale Landesligist Union West Wien beim 34:25-Sieg keine Chance. Gegen die zweite Mannschaft des HLA-Klubs, eine Mischung aus verdienten West-Wien-Spielern und jungen Nachwuchskräften, setzten sich die Innsbrucker schlussendlich klar durch. Top-Werfer auf Seiten der Wölfe war Daniel Sprenger (10 Tore). Damit gab es für die Tiroler Handballer seit Mittwoch in vier Spielen gegen Wiener Mannschaften (Fivers, West Wien, Fünfhaus, West Wien II) drei Siege und nur eine Niederlage.
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