Vettel siegt auch beim Finale, Webber-Abschied mit Platz zwei
Sebastian Vettel hat zum Saisonabschluss in Brasilien seinen 13. Saisonsieg gefeiert, den neunten in Folge. Damit egalisierte der Red-Bull-Pilot die Rekordmarken von Michael Schumacher und Alberto Ascari.
Sao Paulo – Überglücklich warf Sebastian Vettel nach seinem furiosen Final-Coup den Siegerpokal in die Luft. Trotz einer kleinen Boxenstopp-Panne krönte der vierfache Weltmeister seine bislang erfolgreichste Formel-1-Saison mit einem beeindruckenden Triumph beim Großen Preis von Brasilien und zwei weiteren Rekorden. „Ich bin extrem stolz“, lobte er sein gesamtes Red-Bull-Team. „Ich bin aber auch ein bisschen traurig, dass die Saison zu Ende ist.“ Vettel gelang beim weitgehend eintönigen Rennen am Sonntag in Sao Paulo der 13. Sieg in diesem Jahr und der neunte nacheinander.
Die meisten F1-Saisonsiege
13 Siege: Michael Schumacher (GER/2004), Sebastian Vettel (GER/2013)
11 Siege:
Michael Schumacher (2003), Sebastian Vettel (2011)
9 Siege:
Michael Schumacher (2000, 2001, 1995), Nigel Mansell (GBR/1992)
8 Siege:
Michael Schumacher (1994), Mika Häkkinen (FIN/1998), Damon Hill (GBR/1996), Ayrton Senna (BRA/1988)
Wie zu erwarten, verteilte Vettel auch beim letzten Rennen 2013 keine Geschenke und verwies Stallrivale Mark Webber bei dessen Abschiedsfahrt aus der Königsklasse des Motorsports auf den zweiten Rang. Nur bei der PR-Runde auf dem Podium überließ er dem Australier generös den Vortritt. „Das war ein tolles Finish meiner Karriere“, bekannte Webber emotional vor seinem Wechsel in die Sportwagenserie. „Ich habe die letzten Runden sehr genossen.“ Vettel wünschte Webber „alles Gute“. Ehrlich räumte der 26 Jahre alte Heppenheimer ein: „Alles in allem hatten wir nicht die beste Beziehung, aber immer Respekt voreinander.“
Vettel egalisierte im Autodromo José Carlos Pace die neun Jahre alte Saisonsiege-Bestmarke seines Jugendidols und Kumpels Michael Schumacher sowie den 60 Jahre alten Rekord von Alberto Ascari. Der Italiener hatte seine neun Siege in Serie allerdings in zwei Rennjahren geschafft. „Das ist schon ein bisschen pervers, wie stark und konstant wir waren“, urteilte Vettel. „Das war ein unglaubliches Jahr für uns. Wir müssen das einfach genießen.“
Mercedes holt sich Platz zwei in der Konstrukteurs-Wertung
Grund zum Feiern hatte auch Mercedes: Nico Rosberg als Fünfter und Lewis Hamilton als Neunter sicherten dem Stern-Team den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM vor Ferrari. Neben Prestige bringt das auch zusätzliche Millionen aus dem Formel-1-Topf. „Das ist ein Super-Ergebnis“, befand Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda. Fernando Alonsos dritter Rang für Ferrari reichte nicht, um die Silberpfeile noch zu verdrängen.
Abgesehen vom überraschend verlorenen Start gegen Rosberg legte Vettel ein furioses Finale hin. Bei tristem Novemberwetter war der 26 Jahre alte Hesse aus Heppenheim wie in den letzten Grand Prix wieder eine Klasse für sich. Vettel fuhr ein einsames Rennen. Keiner der Kontrahenten konnte seinen insgesamt 39. Karriere-Sieg auf dem 4309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs gefährden.
Vettels Erfolg war auch aus einem dritten Grund historisch. In Sao Paulo fand das letzte Rennen mit Achtzylinder-Motoren statt. 2014 sind neben weiteren einschneidenden Regeländerungen Turbo-Triebwerke Pflicht.
Nur in der 48. Runde gab es einen Schreckmoment: Die Mechaniker waren offensichtlich nicht auf Vettels zweiten Stopp vorbereitet. Und es gab ein Durcheinander mit den Reifen. Dadurch verlor der Spitzenreiter einige Sekunden, aber nicht die Führung. „Da ist es etwas schwierig geworden“, meinte Vettel. „Ich musste etwas warten, bis ich die Reifen bekommen habe.“ Auch der später einsetzende leichte Nieselregen änderte nichts am Endergebnis. (dpa)
Grand Prix von Brasilien, Endstand
1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 01:32:36,300 Stunden
2. Mark Webber (AUS) Red Bull +10,452 Sekunden
3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +18,913
4. Jenson Button (GBR) McLaren +37,360
5. Nico Rosberg (GER) Mercedes +39,048
6. Sergio Perez (MEX) McLaren +44,051
7. Felipe Massa (BRA) Ferrari +49,110
8. Nico Hülkenberg (GER) Sauber +01:04,252
9. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes +01:12,903
10. Daniel Ricciardo (AUS) Toro Rosso +1 Runde
weiters:
15. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso +1 Runde
Ausgeschieden: Valtteri Bottas (FIN) Williams, Romain Grosjean (FRA) Lotus, Charles Pic (FRA) Caterham
Schnellste Runde: Mark Webber (AUS) Red Bull, 51. Runde, 1:15,436 Min.
WM-Endstand (nach 19 von 19 Rennen): 1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 397 Punkte, 2. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 242, 3. Mark Webber (AUS) Red Bull 199, 4. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 189, 5. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus 183, 6. Nico Rosberg (GER) Mercedes 171, 7. Romain Grosjean (FRA) Lotus 132, 8. Felipe Massa (BRA) Ferrari 112, 9. Jenson Button (GBR) McLaren 73, 10. Nico Hülkenberg (GER) Sauber 51, 11. Sergio Perez (MEX) McLaren 49, 12. Paul di Resta (GBR) Force India 48, 13. Adrian Sutil (GER) Force India 29, 14. Daniel Ricciardo (AUS) Toro Rosso 20, 15. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 13, 16. Esteban Gutierrez (MEX) Sauber 6, 17. Valtteri Bottas (FIN) Williams 4, 18. Pastor Maldonado (VEN) Williams 1
Konstrukteurs-WM-Endstand: 1. Red Bull 596 Punkte, 2. Mercedes 360, 3. Ferrari 354, 4. Lotus 315, 5. McLaren 122, 6. Force India 77, 7. Sauber 57, 8. Toro Rosso 33, 9. Williams 5
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