Parlamentswahl in Mali verlief weitgehend ohne Zwischenfälle
Mehr als Tausend Kandidaten bewarben sich in Mali um die 147 Mandate im Parlament. Die Wahl soll das krisengeschüttelte Land auf den demokratischen Weg zurückführen.
Bamako - Nach mehr als eineinhalb Jahren politischer Instabilität ist in Mali ein neues Parlament gewählt worden. Rund 6,5 Millionen Menschen waren am Sonntag aufgerufen, über die Vergabe der 147 Mandate im Parlament von Bamako zu entscheiden, um die sich mehr als Tausend Kandidaten bewarben. Aus Sorge vor Anschlägen fand sie unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt, die Wahl verlief aber überwiegend ruhig.
Tuareg verhinderten Abstimmung im Norden
Die Abstimmung soll das westafrikanische Land wieder auf den Weg der Demokratie bringen. Der Wahlkampf war von anhaltenden Kämpfen zwischen Soldaten und Islamisten überschattet worden. Am Sonntag kam es nur zu wenigen Zwischenfällen. Im Norden des Landes hinderten Mitglieder des Tuareg-Volks in der Stadt Talataye Bewohner daran, an der Abstimmung teilzunehmen, wie Vertreter der Armee und der Stadtverwaltung mitteilten. Rund 2000 Menschen hätten für die Unabhängigkeit von Bamako demonstriert und Wahlurnen zerstört.
Seit einem Militärputsch im März 2012 gibt es in Mali keine demokratisch legitimierte Regierung mehr. Tuareg-Rebellen und andere Islamisten nutzten das entstandene Chaos, um vorübergehend den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle zu bringen. Eine halbe Million Menschen wurde in die Flucht getrieben. Erst ein militärisches Eingreifen Frankreichs im Jänner stoppte den Vormarsch der Islamisten nach Süden in Richtung der Hauptstadt Bamako.
Niedrige Wahlbeteiligung enttäuscht Beobachter
Ein erster Schritt in Richtung einer Normalisierung der Verhältnisse war die Präsidentschaftswahl in diesem Sommer. Aus der Stichwahl am 11. August ging der frühere Regierungschef Ibrahim Boubacar Keita als Sieger hervor. Er hofft nun bei der Parlamentswahl auf eine Mehrheit für seine Sammlungsbewegung für Mali, um Reformen anpacken zu können.
Enttäuschend fiel bei der Präsidentschaftswahl mit rund 50 Prozent allerdings die Wahlbeteiligung aus. Sie dürfte auch jetzt niedrig liegen. In der Hauptstadt Bamako berichteten AFP-Korrespondenten am Sonntag von einer verhaltenen Teilnahme bis zur Schließung der Wahllokale. Berichte aus dem Norden des Landes untermauerten diese Tendenz. (APA/AFP)
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