Sport in Tirol

Ein Mediziner schreibt an seinem Handball-Märchen

Dominik Bammer steht im österreichischen Großkader für die Handball-EM in Dänemark. Heute wartet im Cup-Achtelfinale das Spiel in Bregenz.

Von Tobias Waidhofer

Schwaz –Wie ein Phönix aus der Asche. Im Sommer war Dominik Bammer von einer Berufung in den österreichischen Handball-Teamkader so weit entfernt wie Österreich vom EM-Austragungsort Dänemark. Ein ganzes Stückchen. Vor zwei Tagen eröffnete ihm sein Vereinstrainer Erwin Gierlinger (gleichzeitig Co-Trainer des Nationalteams) aber jene freudige Nachricht, die gestern offiziell wurde: Bammer steht im österreichischen Großkader für die Titelkämpfe im Norden.

„Ich war schon sehr überrascht. Das ist eine Ehre und auch eine Chance für mich“, freut sich der 23-jährige Medizin-Student. Dabei war der gebürtige Oberösterreicher, der 2009 im Alter von 19 Jahren von Linz nach Innsbruck gewechselt war, vor der Saison noch ohne HLA-Vertrag dagestanden. Sogar mit dem Karriereende hatte der Defensivspieler kokettiert.

„Ich habe spät von dem Projekt Handball Tirol erfahren und war auch nicht für die HLA eingeplant“, erinnert sich Bammer. „Und die Bundesliga war nicht wirklich ein Thema für mich.“ Die schwere Fingerverletzung von Andreas Lassner, der fit wohl auch ein Kandidat fürs Nationalteam gewesen wäre, ließ die Verantwortlichen aber umdenken. Bammer bekam einen Vertrag auf Zeit, der im Oktober auch aufgrund seiner starken Auftritte verlängert wurde.

Leistungen, die Bammer zurück ins Nationalteam geführt haben. Dort, wo er 2011 schon in einigen Spielen seinen Mann gestanden hatte. „Ich freue mich riesig. Natürlich werde ich jetzt nicht gleich bei den ersten sieben Spielern dabei sein. Aber im Handball geht es ja bekanntlich schnell“, weiß Bammer aus eigener Erfahrung. Nicht nur wegen der Chance auf die EM-Teilnahme könnte 2014 für Bammer ein ganz besonderes Jahr werden. Schließlich steht für den Juli auch die letzte Uni-Prüfung auf der Agenda. „Dann wartet nur noch das Praktikum.“

Die Gegenwart heißt aber Bregenz. Dort tritt Bammer mit den Silberstieren heute (19 Uhr) im Cup-Achtelfinale an. In der Liga hatten die Schwazer beim Rekordmeister bereits überraschend gewonnen. Wie ein Phönix aus der Asche eben.

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