Standort Tirol

Verwirrung um Gratiskarten für Lehrer

Innsbruck, Salzburg – Scharfe Antikorruptionsregeln bedrohen Schulskikurse: Mit dieser Befürchtung sorgten Salzburger Lehrer-Gewerkschafter ...

Innsbruck, Salzburg –Scharfe Antikorruptionsregeln bedrohen Schulskikurse: Mit dieser Befürchtung sorgten Salzburger Lehrer-Gewerkschafter am Montag für Aufregung. Die verschärften Gesetze würden es untersagen, dass Lehrer Freikarten etwa von Hotels, Liftbetreibern oder Reiseveranstaltern bekämen. Daher müssten wohl viele Skikurse, Sportwochen oder Theaterbesuche gestrichen werden, meinte Gewerkschafterin Claudia Dörrich zum ORF Salzburg. Freikarten seien „gang und gäbe“ und die Budgets nicht hoch genug, um die tatsächlichen Reisekosten der Lehrer zu bestreiten. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft habe Direktoren im Visier, hieß es in dem Bericht.

Bei der Behörde weiß man allerdings nichts von Pädagogen, gegen die wegen Gratiskarten ermittelt würde. „Uns ist diesbezüglich nichts bekannt“, sagte Sprecher Erich Mayer zur TT. Anders verhalte es sich mit den Schulfotografen. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen einen oberösterreichischen Fotografen, der in Schulen und Kindergärten Schüler- und Pädagogenfotos gemacht hat, wegen Bestechung. Auch gegen Direktoren in ganz Österreich laufen in dem Zusammenhang Ermittlungen.

Mit Freikarten für Skilifte und Co. kalkulieren Tiroler Lehrer indes nicht. Der Tiroler Landesvorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Gerhard Seier, betont: „Das dürfen die Lehrer schon lange nicht mehr.“ Er hat sich schlaugemacht, ob es mit der Handhabe der Antikorruptionsregeln in Tiroler Lehrerzimmern Probleme gibt. Seiers Fazit: „Mir ist kein Fall bekannt.“ (wer)