Kurioses

Eine Weihnachtsvorlesung für Trekkies

Ist „Beamen“ technisch eigentlich möglich? Damit beschäftigt sich die diesjährige „Star Trek“-Vorlesung an einer deutschen Uni.

Zweibrücken –Die Veranstaltung ist Kult: Über 500 „Trekkies“ werden morgen, Sternzeit -309033,4, zur „Star Trek“-Weihnachtsvorlesung im Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) erwartet. Alle Jahre wieder drängen sie sich in den Hörsaal, um den wissenschaftlichen Ausführungen von Diplomingenieur Hubert Zitt zu „Star Trek“-Phänomenen zu folgen. Dieses Jahr wird der Dozent für Informatik über Beamen referieren.

Dabei fing alles ganz klein an: 1996 hielt er erstmals eine „Star Trek“-Weihnachtsvorlesung. Die Idee hatte er von seinem Studium in Saarbrücken mitgebracht – dort boten Chemiker Weihnachtsvorträge an. Zitt ging einen Schritt weiter: Er verband sein Hobby „Star Trek“ mit dem Vortrag. Wer glaubt, dass Zitts Vorträge über „Star Trek“ und Einstein, Zeitreisen oder Holodecks nur junge, männliche Nerds begeistern, liegt falsch: Im Publikum sind sowohl Frauen als auch Männer, 18-Jährige sitzen neben 80-Jährigen und längst nicht alle haben einen wissenschaftlichen Hintergrund. Manchmal sind sogar Drei- bis Vierjährige dabei. „Sie sitzen dann neben den Eltern, futtern eine Banane und haben ein Star-Trek-Lätzchen um“, lacht Zitt.

Der Spaßfaktor spielt eine Rolle. Wenn Zitt zur Weihnachtsvorlesung einlädt, kommen viele Fans in passenden Kostümen, es gibt dampfende Cocktails, „Föderationsbrezeln“ und einen kleinen Klingonisch-Kurs.

Die Kultserie biete sich quasi für wissenschaftliche Vorträge an, sagt Zitt. Die Filmemacher hätten stets dafür gesorgt, dass alle Technikspielereien wissenschaftlich zumindest möglich seien. Vieles, was früher in der Serie als Zukunftsmusik galt, ist heute Realität – etwa Flachbildschirme, Touchscreens oder der Kommunikator von Captain Kirk. „Derzeit stehen wir kurz davor, das Holodeck umzusetzen“, sagt Zitt.

Ist „Beam me up, Scotty“ ebenfalls machbar? Eigentlich sei Beamen eine tricktechnisch billige Möglichkeit gewesen, die Besatzung der Enterprise auf einen Planeten zu bringen, verrät Zitt. Aber inzwischen gebe es ernsthafte Forschung – und bereits erste Experimente. So werde bei der Quantenteleportation versucht, Informationen von Elementarteilchen auf andere zu übertragen. Das sähen viele Trekkies als erste Stufe zum Beamen an.

In seinem Vortrag geht es Zitt auch um witzige Details – etwa spektakuläre Szenen, wo beim Beamen etwas schieflief. Viel will Zitt nicht verraten, nur ein kleines Beispiel: „Da gibt es eine Szene, bei der eine Frau vom Raumschiff auf einen sandigen Planeten ge­beamt wird“, sagt er. Oben habe sie noch schicke High Heels, unten aber ganz andere Schuhe an. Ob das ein Argument für oder gegen das Beamen ist, sei dahingestellt. (dpa)