Abfahrtstraining

Svindal zeigt in Gröden auf, Dominik Paris droht Olympia-Aus

Während der Norweger mit einer Bestzeit im ersten Training auf der Saslong aufzeigte, konnten die ÖSV-Herren noch nicht überzeugen. Schlimmer erwischte es Dominik Paris. Der Südtiroler verletzte sich bei einem Sturz und muss nun um die Olympia-Teilnahme bangen.

St. Christina, Gröden - Aksel Lund Svindal hat am Mittwoch mit seiner klaren Bestzeit im ersten Abfahrts-Training in Gröden die Konkurrenz beeindruckt. Der Norweger, der die Abfahrt auf der Saslong noch nie gewonnen hat, war in 1:58,07 Sekunden der Schnellste. Dahinter folgten der Kanadier Erik Guay (+0,41 Sek.) und der Schweizer Silvan Zurbriggen (0,77). Die Österreicher hatten in Südtirol zum Auftakt Rückstand.

Matthias Mayer war als bester ÖSV-Pilot Achter. Auf den Rängen 13 bis 17 folgte ein Österreicher-Paket mit Otmar Striedinger, Georg Streitberger, Florian Scheiber, Klaus Kröll und Romed Baumann. Am Donnerstag geht es dann im zweiten Training im ÖSV-Team für sieben Mann um fünf verbleibende Startplätze für die Abfahrt.

Dominik Paris erlitt Muskelriss

Pech hatte Lokalmatador Dominik Paris. Der Südtiroler Abfahrts-Vizeweltmeister stürzte bei der Ausfahrt aus der diesmal extrem welligen Ciaslat-Wiese und zog sich dabei einen Muskelriss im linken Unterschenkel zu. Prognosen, wann der Südtiroler wieder rennmäßig in den alpinen Ski-Weltcup zurückkehren kann, sind schwierig. Es dürfte allerdings bezüglich der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Sotschi für Paris eng werden.

Der 24-Jährige gewann Ende November in Lake Louise die erste Abfahrt der Olympia-Saison. Vergangenen Winter hatte der Italiener in den schwierigen Abfahrten in Bormio und Kitzbühel triumphiert. Zudem war er WM-Zweiter in Schladming.

Svindal über Top-Zeit überrascht

Zurück zu Svindal: „Ganz schön schnell“, war selbst der Norweger über seine Topzeit im Training ein wenig überrascht. Bremsen und Bluffen sei für ihn aber angesichts des schwierigen Kurses mit den zahlreichen Sprüngen und unzähligen Wellen gar nicht infrage gekommen. „Wenn du hier nicht voll runterfährst, dann wird es gefährlich. Deshalb hab ich eine konzentrierte Fahrt hingelegt“, berichtete Svindal, der in Gröden den Super-G 2009 und 2012 gewonnen hat.

Kröll wusste, warum der Rückstand auf Svindal groß war. „Ich habe einige Sachen nicht gut erwischt. Sicher wäre ich gerne weiter vorne, aber es ist nicht so tragisch“, meinte der Steirer. An derart große Welle in der Ciaslat wie heuer kann sich selbst Routinier Kröll nicht erinnern. „Das sind echt Riesendinger. Wenn du da einmal von der Linie weg bist, ist es vorbei“, sagte der 33-Jährige.

Reichelt und die „Airtime“

Noch viel weiter hinterher fuhr Hannes Reichelt, der am Mittwoch nur auf Platz 54 landete. „Ich habe die wichtigste Kurve der ganzen Strecke verhaut. Jetzt hoffe ich, dass das der Grund für den großen Rückstand war“, resümierte der Salzburger nach dem verpatzten Auftakt. Dabei sollte dem Hobby-Flugzeugpiloten das Sprünge-Festival in Gröden eigentlich liegen. „Da herunter kommt eine ganze Menge ‚Airtime‘ zusammen. So viel wie hier sind wir nirgends anders im Weltcup in der Luft“, war sich Reichelt sicher.

Ein möglicherweise richtungsweisendes Meeting der Herren-Cheftrainer stand am Mittwochabend in Gröden auf dem Programm. Hinter verschlossenen Türen wurden Mathias Berthold und Co. von der italienischen Firma Dainese die offensichtlich beachtlichen Fortschritte bei der Entwicklung eines Airbags für die Piloten präsentiert. Laut FIS-Renndirektor Günter Hujara steht das Projekt unmittelbar vor der Umsetzung. Die FIS und Dainese hatten es sich zum Ziel gesetzt, dass die „D-air“ genannte Innovation bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ausgereift ist. (TT.com, APA)

Ergebnisse 1. Abfahrts-Training in Gröden

1. Aksel Lund Svindal (NOR) 1:58,07 Minuten

2. Erik Guay (CAN) +0,41 Sekunden

3. Silvan Zurbriggen (SUI) 0,77

4. Kjetil Jansrud (NOR) 0,82

5. Hans Olsson (SWE) 0,97

6. Patrick Küng (SUI) 1,17

7. Didier Defago (SUI) 1,26

8. Matthias Mayer (AUT) 1,27

9. Yannick Bertrand (FRA) 1,45

10. Andrew Weibrecht (USA) 1,49.

Weitere Österreicher:

13. Otmar Striedinger (AUT) 1,71

14. Georg Streitberger (AUT) 1,73

15. Florian Scheiber (AUT) 1,86

16. Klaus Kröll (AUT) 1,87

17. Romed Baumann (AUT) 1,95

36. Max Franz (AUT) 2,84

41. Manuel Kramer (AUT) 3,04

46. Johannes Kröll (AUT) 3,24

54. Hannes Reichelt (AUT) 3,70

57. Markus Dürager (AUT) 3,80.

Ausgeschieden: Dominik Paris (ITA), Vincent Kriechmayr (AUT)

Weiteres Gröden-Programm:

Donnerstag Abfahrtstraining mit ÖSV-Qualifikation (12.15 Uhr), Freitag Super-G (12.15 Uhr), Samstag Abfahrt (12.15 Uhr)