Russland bringt Material zum C-Waffen-Transport nach Latakia
Russland kritisiert Assad wegen der angekündigten Kanditatur für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.
Damaskus/Den Haag – Russland hat am Mittwoch damit begonnen, Material zum Abtransport der syrischen Chemiewaffen in das Bürgerkriegsland zu bringen. Der russische Botschafter in Damaskus, Asamat Kulmuchametow, sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, es seien zehn Flugzeuge mit Material in der syrischen Küstenstadt Latakia gelandet.
Die Lieferung umfasst russischen Medienberichten zufolge rund 60 Lastwagen, Tanklastwagen und gepanzerte Fahrzeuge. Sie sollen die syrischen Chemiewaffen, die bisher an zwölf Standorten im Land verteilt sind, zum Hafen von Latakia bringen.
Laut dem am Mittwoch vorgelegten Plan der für die Operation zuständigen Organisation für das Verbot für Chemiewaffen (OPCW) sollen sie von dort aus mit zwei Frachtschiffen in Begleitung dänischer und norwegischer Kriegsschiffe in einen italienischen Hafen gebracht werden. Dort werden die gefährlichsten Kampfstoffe auf das US-Marineschiff „MV Cape Ray“ verladen, auf dem sie in zwei Spezialanlagen in ihre Bestandteile gespalten werden. Der Rest soll von Privatfirmen zerstört werden. Überwacht wird die Operation mit chinesischen Kameras und US-Satelliten.
Unterdessen äußerte Russland Kritik an der Ankündigung des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, im kommenden Jahr erneut für die Präsidentschaft zu kandidieren. Solche „rhetorischen Erklärungen“ trügen nicht zur Beruhigung der Lage bei, sagte der Vize-Außenminister Michail Bogdanow am Donnerstag. Alle Konfliktparteien sollten vor der geplanten Friedenskonferenz im Jänner Äußerungen vermeiden, die bei der anderen Seite „Emotionen“ auslösen könnten. Die Opposition fordert den Rücktritt Assads und hatte verärgert auf die Ankündigung einer erneuten Kandidatur reagiert. (APA)