Strom- und Gastarif

VKI-Stromaktion: Enamo und goldgas Bestbieter

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Über 260.000 Haushalte bekommen im Jänner ein Angebot für einen neuen Strom- bzw. Gastarif. Die durchschnittliche Ersparnis beträgt für Strom 131 Euro, für Gas 138 Euro im Jahr. Doch das Angebot von Enamo und goldgas hat keine Bestpreisgarantie.

Wien - Die Würfel sind gefallen. Der Stromanbieter Enamo und der Gasanbieter goldgas haben das günstigste Angebot für den ersten gemeinschaftlichen Anbieterwechsel für 260.584 teilnehmende Haushalte gemacht. Wer wechselt, spart sich im Schnitt 131 Euro Stromkosten - bzw. 138 Euro Gaskosten pro Jahr, so der Verein für Konsumenteninformation (VKI) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Das Angebot des Stromanbieters Enamo und des Gasanbieters goldgas hat keine Bestpreisgarantie. Es kann durchaus sein, dass es für einzelne noch günstigere Tarife gibt.

Enamo und goldgas haben bei der Auktion einheitliche Angebote für alle vorgemerkten Haushalte gemacht. Daher ist es möglich, dass für einzelne in ihrer Region billigere Anbieter zu finden sind. Ab Mitte Jänner teilt der Verein für Konsumenteninformaion (VKI) allen teilnehmenden Haushalten individuell mit, was ein Wechsel für ihr Budget bedeuten würde, so VKI-Geschäftsführer Franz Floss bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Sofern man nicht an seinen alten Vertrag gebunden ist, kann dann jeder selbst entscheiden, ob die neuen Tarife reizvoll wären. Das Angebot ist jedenfalls unverbindlich.

Tarife der Bestbieter auf ein Jahr begrenzt

Von 26. September bis 16. Dezember konnten sich private Haushalte für einen gemeinschaftlichen Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters vormerken. Danach gab es eine Auktion unter den Energieanbietern. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) organisierte die Aktion gemeinsam mit der deutschen Firma PrizeWize.

Im Preis der Energielieferanten schneiden daher auch der gemeinnützige VKI und PrizeWize mit. Für jeden Haushalt der wechselt, bekomme PrizeWize bis zu 20 Euro - eine Vermittlungsprovision quasi. Der VKI bekomme hingegen drei bis vier Euro, so Floss. Ein lukratives Geschäft, schließlich rechnet VKI damit, dass etwa jeder zweite der 260.584 Haushalte tatsächlich wechseln wird.

Die Tarife der Bestbieter sind auf ein Jahr begrenzt. Danach könnte es wieder teurer werden. Diese Gefahr sieht der VKI allerdings nicht. „Durch unsere Aktion wird der Wettbewerb angefeuert“, so Josef Kubitschek vom VKI. Außerdem sei es „gut möglich“ dass man die Aktion, genannt „Energiekosten-Stop“, nächstes Jahr wiederholen wird.

Auch die Regulierungsbehörde E-Control zeigte sich in einer Aussendung erfreut. Man erhoffe sich „eine nachhaltige Belebung des Wettbewerbs.“ Die Wettbewerbshüter mahnen aber ein, dass der Wechsel für jeden Haushalt innerhalb der vorgegebenen Frist von drei Wochen abgeschlossen sein soll.

Betriebsurlaube bereits gestrichen

Der Stromanbieter Enamo bereitet sich bereits auf die Flut von Neukunden vor. „Das wird die größte Herausforderung, vor der die Branche je stand“, so Geschäftsführer Hans Zeinhofer am Rande der Pressekonferenz zur APA.

Derzeit hat das Linzer Unternehmen etwa 600.000 Kunden - überwiegend in Oberösterreich. Nun werden voraussichtlich etliche Tausend aus ganz Österreich in einem kurzen Zeitraum dazu kommen. Die Betriebsurlaube seien bereits storniert, so Zeinhofer. Außerdem werde man zusätzliches Personal befristet aufnehmen, um dem Ansturm gerecht zu werden. Macht sein Unternehmen bei dem Angebot überhaupt noch Gewinn? „Jedenfalls keinen Verlust“, so Zeinhofer. Man habe mit einer schwarzen Null kalkuliert. Ein klassisches Lockvogelangebot sei es jedenfalls nicht. „Wir wollen die neuen Kunden langfristig an uns binden.“

Die vom VKI berechnete durchschnittliche Ersparnis - 131 Euro für Strom und 138 Euro für Gas im Jahr - beruht auf dem durchschnittlichen Verbrauch aller vorgemerkten Haushalte. Beim Strom waren das jährlich 5.170 Kilowattstunden (kWh), für Gas 18.847 kWh.

Details zur Auktion gab es keine. Weder wie viele Anbieter sich beteiligt haben, noch wie viele Angebote eintrudelten, gab der VKI bekannt. Das sei vorher so abgemacht gewesen, so Floss. (APA)