Schwarz-Grüne Regierung legt sich die Latte hoch
Leistbares Wohnen, Arbeitsplätze schaffen, die Verkehrsbelastung eindämmen: Eine eigene Umfrage fordert die Regierung für 2014.
Innsbruck –Es überrascht nicht, wo das Land Tirol aus der Sicht der Tirolerinnen und Tiroler mehr tun könnte: Wohnen ist teuer – nicht nur in Kitzbühel. Deshalb fordern 83 Prozent in der Umfrage von „M+R Institut für Marktforschung und Regionalumfragen“ im Auftrag des Landes, dass mehr für leistbares Wohnen getan werden muss. Lediglich 14 Prozent sind zufrieden. Die steigende Arbeitslosigkeit – 32.000 Personen sind derzeit arbeitslos, die Arbeitslosenquote beträgt 8,8 Prozent – schlägt sich auch in den Forderungen der Bevölkerung nieder. 71 Prozent wollen verstärkte arbeitspolitische Maßnahmen des Landes, 26 glauben, dass sich das Land genügend darum kümmert. 65 Prozent sprechen sich darüber hinaus für mehr Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe aus.
In einer weiteren Rangliste des „Mehr-tun-Sollens“ folgen die Eindämmung der Verkehrsbelastung (77 Prozent), Familien (57 Prozent), Schulen (52 Prozent), Ausbau der Wasserkraft und Förderung von Forschung sowie Wissenschaft mit jeweils 46 Prozent. Für LR Johannes Tratter (VP) sind die Ergebnisse eine wichtige Grundlage für politische Weichenstellungen und konkrete Projekte im kommenden Jahr. Dazu zählen zusätzliche Anstrengungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Erst für 33 Prozent der vom 30. September bis 4. Oktober Befragten ist die Situation in Tirol zufriedenstellend, 61 Prozent sind der Ansicht, das Land müsste noch einen Turbo zünden. „Wenngleich 60 Prozent die Anstrengungen des Landes mit der Schaffung von 3200 neuen Kinderbetreuungsplätzen seit 2008 anerkennen und sagen, das Betreuungsangebot hat sich verbessert“, erklärt Tratter. So schlecht sei man gar nicht unterwegs, für 70 Prozent entwickelt sich Tirol in die richtige Richtung, ergänzt der Landesrat.
In der Regierungsklausur Anfang Jänner sollen vor allem in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und leistbares Wohnen Akzente gesetzt werden. Laut Landesumfrage begrüßen 62 Prozent die neue schwarz-grüne Landesregierung, 30 Prozent hätten hingegen eine andere Regierungskoalition bevorzugt.
Auf die Regierungsklausur haben sich die Tiroler Grünen bereits am Donnerstag und Freitag bei einer Klausur in Lüsens vorbereitet. „Seit einem halben Jahr arbeiten wir nun mit Hochdruck an einem neuen Tirol. Ein Tirol das umweltbewusster, transparenter und sozialer wird“, lässt Klubobmann Gebi Mair das zu Ende gehende Jahr Revue passieren, um gleich auf das neue vorauszublicken: „Vor uns liegt viel Arbeit, die wir offensiv vorantreiben wollen.“
Ob neben dem Wohnpaket auch ein Konjunkturpaket zur Ankurbelung der angespannten Tiroler Wirtschaft geschnürt wird, steht noch nicht fest. (pn)
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