Luxuriöser Einstiegs-Hybrid
Lexus läutet mit einer Produkterweiterung ein arbeitsintensives Modelljahr ein: Die Nobel-Limousine GS 300h entlehnt das Motorenkonzept aus dem kleineren IS 300h.
Von Markus Höscheler
Wien –Sie gehören inzwischen zum guten Ton: Verbrennungsmotoren mit vier Zylindern, die stattliche Limousinen bewegen und auch für nicht ganz so finanzkräftige Käufer erschwinglich sind. In dieser Hinsicht verschreckte der Mitte 2012 eingeführte Lexus GS 450h scharf kalkulierende Flottenmanager: Den Hybriden treiben 345 PS starke Benzin- und Elektromotoren an, entsprechend hoch ist das 4,85 Meter lange Stufenheck eingepreist. Immerhin zeigen die Japaner ein Einsehen und verbauen neuerdings auf Wunsch auch einen Vierzylinder im Oberklasse-Auto. Der Benziner hat 2,5 Liter Hubraum und entfesselt bei Bedarf 181 PS. Das schien den Entwicklern jedoch nicht zu genügen, deshalb entschieden sie sich dafür, den Ottomotor mit einem 143 PS starken E-Aggregat zu paaren, das vom Stand weg 300 Newtonmeter Drehmoment stemmt. Im System leistet das Triebwerks-Duo 223 PS, genug, um sportliche Fahrmomente über die angetriebene Hinterachse zu generieren.
Harmonisch arbeiten die Kraftmaschinen mit der stufenlosen CVT-Automatik zusammen – relativ natürlich ist das Beschleunigungsgefühl und vergleichsweise harmlos die Schallentwicklung, wie erste Probefahrten im Großraum Wien in dieser Woche zutage fördern. Flott geht es mit dem 1,7-Tonner voran, selbst im einstellbaren Eco-Modus lässt sich der GS 300h bei durchgedrücktem Gaspedal zum Kraftakt überreden. Allerdings: Mehr als 190 km/h sind nicht vorgesehen, die Elektronik vereitelt höhere Tempi, wohl auch wegen des angestrebten Normverbrauchs von 4,8 Litern Treibstoff je 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 109 g/km).
Wer sich an der eingeschränkten Vmax nicht stört, sich mit 458 Litern Kofferraumvolumen anfreundet und keinen Nachteil im verbauten Nickelmetallhydridakku (anstelle eines innovativeren Lithium-Ionen-Speichers) sieht, ist mit der Business-Basisausstattung bereits gut bedient. 47.700 Euro sind dafür fällig. Weitere 9400 Euro fordert der Händler ein, wenn sich Executive auf der Wunschliste findet. Und gar Richtung 67.000 Euro bewegt sich der Beschaffungspreis bei den F-Sport- und President-Ausführungen (67.600 Euro), die dann allerdings besonders üppig bestückt sind – als Wandler zwischen der Oberklasse und der Luxusklasse.
Für deutlich weniger Geld lässt sich ab April der überarbeitete CT 200h einführen, ein kompakter Fronttriebler, der 136 PS leistet und in Facelift-Form die Lexus-Modelloffensive im Frühjahr fortführt. Im Herbst folgt schließlich ein Doppelschlag: Zunächst rollt das kompakte SUV LF-NX zu den Händlern, dann folgt das sportliche Coupé RC. Während der LF-NX von Beginn an mit Hybrid erhältlich ist (im Wesentlichen in oben beschriebener 300h-Konfiguration), kommt der RC zunächst als reiner Benziner: und zwar in Form eines fast 500 PS starken RC-F, der damit der legitime Nachfolger des IS-F darstellt. Aber keine Sorge: Eine Hybridvariante ist auch in dieser Baureihe fest eingeplant.