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500L Multijet 105: Schick und potent

Bella figura: Der 500L ist in der Klasse der kompakten Raumwunder einzigartig. Das ganze Auto sprüht vor Stil, Charme und Lebenslust.Foto: Fellner
© Reinhard Fellner

Der neue Fiat 500L zählt zum Kreis der trendigen Kompakt-Vans. Viel Liebe zum Detail und italienisches Design geben ihm eine Sonderstellung. Jetzt steht mit dem 105-PS-Diesel die Idealmotorisierung parat.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Der Automobilmarkt ist im Umbruch. Hochgewachsene Fahrzeuge in der Art von Vans und SUV knabbern den Volumenmodellen immer mehr Marktanteile weg. Manche Hersteller haben deshalb beispielsweise die althergebrachte Mittelklasse schon zu Grabe getragen. Bei Fiat will man Größeres künftig ohnehin nur mehr Alfa und Lancia überlassen. Modellfamilien um den design­orientierten und aufwändig gemachten „500“ und den funktional gestalteten „Panda“ sollen hingegen die Massen ansprechen.

Der 500 zeigt die Gangart vor: Dem kultigen Welterfolg Cinquecento folgte letztes Jahr der 4,15-Meter-Van 500L. Dieser ist nun Basis des 4,35-Meter langen 500L Living. Dieses Jahr folgt nun das kompakte SUV 500X. Fortsetzung folgt.

Wie gut das funktioniert, zeigt der erfolgreiche 500L. Herausgekommen ist ein Hingucker. So haben die Italiener Stilelemente des 500 mit völlig neuen Design­ansätzen im Van-Segment vermischt. Der in Mare-Blau lackierte TT-Testwagen mit weißem Dach (Bicolore-Lackierung, 1008 Euro) ließ jedenfalls den spröden Charme der meisten Konkurrenten ansatzlos hinter sich und wirkte in seinen Details nicht nur stimmig, sondern regelrecht fesch.

Ein wahrer Alltagsheld ist der 500L trotzdem. So dürfen die Raumverhältnisse für diese Größe als opulent gelten. Schon vorne sitzt es sich fürstlich und angenehm hoch. Insgesamt zehn Fensterflächen sorgen dabei für eine Übersichtlichkeit, die selten geworden ist. Auch von der kommoden Rückbank aus dürfen sich die Beine schön strecken. Der dreistufig verstellbare Kofferraumboden lässt sich schon in Minimalstellung mit 343 Litern beladen – 1310 Liter sind insgesamt möglich, wenn die verschiebbare Rücksitzbank nach vorne geklappt wird.

Fiat errechnete allein zur Variabilität 1500 verschiedene Konfigurationen. Dass im 500L viel Gehirnschmalz steckt, beweisen auch 22 Ablagen im Innenraum.

Überhaupt überrascht die enorme Detailqualität im ganzen Auto. Bezüglich Materialien und Verarbeitung wirkt dieser Fiat wie eine Burg und reiht sich damit vor viele seiner Konkurrenten.

Verstanden hat Fiat auch die Abstimmung des Autos. So fährt sich der innen ausgesprochen leise wirkende 500L wie in Watte getaucht: angenehm komfortabel, aber nicht weich das Fahrwerk, und schön leichtgängig, aber nicht unpräzise die Lenkung.

Endlich ist für den immerhin 1440 Kilogramm schweren L nun auch die Idealmotorisierung erhältlich.

Der modernste Konzern-Multijet-Diesel mit 105 PS und einer Kraft von 320 Newtonmetern macht dem Van über das serienmäßige Sechsganggetriebe so richtig Beine. Das Aggregat vereint somit souveränes Fahren mit angenehmer Laufkultur und einem Verbrauch von 5,8 Litern im TT-Praxistest.

Wer jetzt Sportliches erwartet, liegt jedoch falsch. Der 500L wirkt eher beruhigend aufs Fahrergemüt – nicht nur wegen fünf Sternen im Crash-Test. So ist dieser 500 ab 21.000 Euro nicht nur ein besonders rundes Fahrzeug, sondern auch rundum erfreulich. Bei Fiat-Finanzierung gibt es fünf Jahre Garantie dazu.