Test

Ein großer Wandlungsfähiger auf Abschiedstournee

Robuste Optik, Allrad- und Automatikbestückung, dazu Lederbestuhlung: Der Captiva erfüllt viele Wünsche.
© Höscheler

Als vielseitiger Wegbegleiter entpuppte sich der zum zweiten Mal überarbeitete, leider auch angezählte Chevrolet Captiva.

Wien –Die Entscheidung bereitet Autofreunden Schmerzen: Ende vergangenen Jahres überraschte General Motors, einer der weltgrößten Autohersteller, mit der Ankündigung, die Marke Chevrolet innerhalb von zwei Jahren weitgehend aus Europa abziehen zu wollen. Damit haben selbst Fahrzeuge wie das zuletzt eingeführte Kompakt-SUV Trax ein verfrühtes Ablaufdatum. Selbiges gilt für den im Vorjahr frisch renovierten, größeren Captiva. Das SUV musste sich bereits ein zweites Mal einem Facelift unterziehen, darf sich im Gegenzug einmal mehr mit einer optischen Aufwertung brüsten und kann sich weiterhin seiner vielen Talente rühmen.

Eines davon ist die hohe Sitzposition, ein anderes findet sich im großzügigen Raumangebot für Insassen wie Ladegut, ein weiteres spiegelt sich in der Variabilität wider: Diese zeigt sich beispielsweise in der dritten Sitzreihe, die sich mit einem kräftigen Handgriff aus dem Ladeboden faltet und einer sechsten sowie siebten Person einen Sitzplatz anbietet. Die Sitze der zweiten Reihe lassen sich nahezu beliebig zusammenfalten und hochklappen, um verschiedenen Transportansprüchen gerecht zu werden. Und sogar die Lehne des Beifahrersitzes ist umlegbar, was einem Einkauf im Möbelhaus praktisch den Weg ebnet.

Um dorthin zu gelangen, benötigt es die beeindruckende Power des 184 PS starken Vierzylinder-Turbodiesels und dessen 400 Newtonmeter maximales Drehmoment, das ab 2000 Umdrehungen/Minute permanent auf alle vier Räder verteilt wird. In die Kraftübertragung mengt sich eine Sechsstufenautomatik ein, die bequem und ohne Anstrengung die Gänge sortiert. Das schaltfreie Fahren mündet allerdings in einem höheren Durchschnittsverbrauch: Nach unserem Test weist der Bordcomputer 10,2 Liter Treibstoffkonsum je 100 Kilometer aus.

Die Lenkung des 4,67 Meter langen Captiva erweist sich als leichtgängig und sehr indirekt, dafür erfreuen wir uns der gehobenen LTZ-Ausstattung, die sich vor allem im Lederbezug rundum manifestiert. Die Navigationsanzeige und die Bluetooth-Koppelung funktionieren klaglos, sind aber nicht mehr ganz auf Konkurrenzniveau. Im Gegensatz zum Preis: Der beläuft sich auf 40.690 Euro. Natürlich gibt es den Captiva auch günstiger: als Diesel-Allradler mit 163 PS ab 33.790 Euro, als Benzin-Fronttriebler mit 167 PS ab 25.990 Euro. (hösch)