Neuer Vorstoß für ein Gesamtschul-Modell
Wien – Studiengebühren und Gesamtschule – beides hat immer wieder zu heftigen Diskussionen zwischen SPÖ und ÖVP geführt, beides ist im Regie...
Wien –Studiengebühren und Gesamtschule – beides hat immer wieder zu heftigen Diskussionen zwischen SPÖ und ÖVP geführt, beides ist im Regierungsprogramm mangels Kompromiss nicht erwähnt. Doch während der neue Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) angekündigt hat, in Sachen Studiengebühren leisertreten zu wollen, bleibt die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen Thema. Dafür will die neue Unterrichtsministerin, Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), sorgen. Sie setzt dabei auf die „Westachse“ der ÖVP-regierten Länder Tirol und Vorarlberg.
Heinisch-Hosek lässt keinen Zweifel daran, dass sie auch über das Regierungsprogramm hinausdenken will. Ihr Ziel bleibt eine Gesamtschule, eine Schule ohne Noten und Sitzenbleiben – eine Schule, in die Kinder neugierig hineingehen und aus der sie am Nachmittag ohne Hausübung wieder herauskommen, um danach mit den Eltern Freizeit erleben zu können.
In Sachen gemeinsame Schule hofft sie auf die „Westachse“. Wenn Landeshauptleute wegen Modellregionen bei ihr vorstellig würden, könnten diese mit geringfügigen Gesetzesänderungen ermöglicht werden.
Die zuständige Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) nahm den Ball gerne auf. „Wir wollen uns in diese Richtung entwickeln“, sagte sie gestern auf Anfrage der TT. Natürlich bedeute das auch, sich bei der Bundes-ÖVP für die nötigen Gesetzesänderungen starkzumachen.
Dort freilich wird der Vorstoß der Ministerin kritisch gesehen. „Wenn sie mit dem vereinbarten Kompromiss nicht mit kann, hätte sie sich nicht angeloben lassen müssen“, ließ der neue ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel ausrichten. (sabl)