Fünfter Titel 2013 für die Bayern: München besiegt Casablanca mit 2:0
Triumph bei der Club-WM in Marakesch: Dante und Thiago entschieden mit ihren Treffern bereits in der ersten Hälfte die Partie. David Alaba bereitete das zweite Tor vor.
Marrakesch – Der FC Bayern München hat als erste deutsche Fußball-Mannschaft die Club-Weltmeisterschaft gewonnen. Im Finale in Marrakesch gab es am Samstag einen 2:0 (2:0)-Erfolg gegen Raja Casablanca. Damit krönte der deutsche Rekordmeister sein Jahr der Superlative mit dem fünften Titel. Vor 37.774 Zuschauern schossen Dante (7. Minute) und Thiago (22.) den völlig verdienten Sieg der haushoch überlegenen Münchner heraus. David Alaba spielte in der Truppe von Coach Josep Guardiola wie üblich als Linksverteidiger durch und bereitete den zweiten Treffer vor.
Nach dem Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League sowie dem europäischen Supercup durften die Bayern ihre fünfte Trophäe in ihrem überragenden Fußball-Jahr 2013 in Empfang nehmen.
Die Münchner starteten voll konzentriert und engagiert in die Partie und ließen keinen Zweifel am Ausgang des Spiels aufkommen. Dante wurde per Kopf bedient, stand dabei nicht im Abseits und hatte keine Mühe zum schnellen 1:0 (7.) zu vollenden. Drei Minuten später sorgte Thomas Müller mit einem Abschluss für Gefahr. An der Vorentscheidung war dann auch Österreichs Fußballer und Sportler des Jahres beteiligt. Der 21-jährige Wiener setzte sich auf der linken Seite durch, spielte ideal zurück auf Thiago, der vom Sechzehner überlegt ins Eck einschoss (22.).
Nach einer halben Stunde ließen es die Münchner ruhiger angehen, die Hausherren wurden aber nur durch einen haarsträubenden Bayern-Fehler gefährlich. Nach einem missglückten Neuer-Abschlag verfehlte allerdings Chtibi knapp das leere Tor (38.). Auf der anderen Seite hätte Thiago nachlegen können, diesmal fehlten bei seinem Schuss von der Strafraumgrenze aber Zentimeter (40.).
Nach dem Seitenwechsel schaltete der überlegene deutsche Bundesliga-Tabellenführer nach den Strapazen eines anstrengenden Jahres weiter zurück, bot daher kein Spektakel. Die Marokkaner hielten zwar tapfer dagegen, waren aber nur einmal bei einer Doppelchance in der Lage, Alaba und Co. wirklich ernsthaft zu gefährden. „Joker“ Mabide scheiterte allerdings am gut reagierenden Neuer und Moutaouali setzte den Nachschuss stümperhaft drüber (84.).
„Am Ende von so einem Jahr nochmal einen Titel abzustauben und dann diesen: Unglaublich“, frohlockte Philipp Lahm. Der Bayern-Kapitän stemmte um 22.47 Uhr mitteleuropäischer Zeit den goldenen Pokal in den Nachthimmel. „Wir haben uns heute das Leben teilweise selber schwer gemacht“, betonte Lahm. „Was gut war: Wir sind konzentriert rausgekommen und wollten direkt das Tor machen.“
Als bester Spieler des Turniers wurde Teamkollege Franck Ribéry ausgezeichnet, als Siegprämie kassierten die Münchner ein verfrühtes Weihnachtsgeld in Höhe von 3,65 Millionen Euro. „Wir könnten das Ganze auch ein wenig kritischer analysieren, aber so kurz vor Weihnachten als Jahresabschluss müssen wir das nicht mehr so genau analysieren“, sagte Thomas Müller zur Leistung mit „ein paar Nachlässigkeiten“.
Auf den Tag genau 37 Jahre nach dem ersten Sieg im Weltpokal ließen die Bayern von Beginn an keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen und feierten den 50. Pflichtspielerfolg des Jahres. Zuvor hatten auch Borussia Dortmund (1997) und erneut die Bayern (2001) als einzige deutsche Mannschaften den Vorgänger-Cup gewonnen.
Südamerika-Champion Atletico Mineiro hat sich zuvor mit einem 3:2 im kleinen Finale zumindest Platz drei gesichert. Stürmer Luan erzielte gegen den chinesischen Club Guangzhou Evergrande erst in der 91. Minute den entscheidenden Treffer für die Brasilianer. Dieser fiel in Unterzahl, nachdem der ehemalige Weltfußballer Ronaldinho vier Minuten zuvor Rot gesehen hatte. (dpa, APA)