Schlaganfall

Ute Bock im Krankenhaus: Häme auf Facebook

Ute Bock liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus.
© APA/ROLAND SCHLAGER

Die Situation sei allerdings trotzdem kritisch, erklärte eine Krankenhaussprecherin. Ute Bock ist als engagierte Flüchtlingshelferin bekannt. Ein Mitarbeiter der FPÖ-Zeitung brachte die Partei in Bedrängnis. Dieser hatte auf Facebook gepostet, dass sich sein Mitleid in Grenzen halte.

Wien – Die Wiener Flüchtlingshelferin Ute Bock wird nach einem Schlaganfall weiterhin auf der Intensivstation in einem Krankenhaus behandelt. „Sie ist derzeit nicht in akuter Lebensgefahr, aber die Situation ist trotzdem kritisch“, sagte eine Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV). Die 71-Jährige hatte den schweren Schlaganfall in der Nacht auf Freitag erlitten. Am Sonntag war sie noch nicht ansprechbar. Eventuelle Folgeschäden sind laut der Sprecherin noch nicht abschätzbar.

„Bedingt ansprechbar“

Der Verein der Flüchtlingshelferin Ute Bock hat Sonntagnachmittag in einer Aussendung mitgeteilt, dass die 71-Jährige nach dem Schlaganfall „bedingt ansprechbar“ und in einem stabilen Zustand sei. Man bitte alle Unterstützer, das Ute Bock-Projekt weiterhin zu unterstützen, damit der Verein die Arbeit fortführen könne, denn gerade jetzt suchten dort besonders viele Menschen Zuflucht.

Einem Bewohner des Flüchtlingsheims in der Zohmanngasse sei aufgefallen, dass die 71-Jährige seit einiger Zeit nicht gesehen worden war, woraufhin sofort eine Suche eingeleitet worden sei, hieß es in der Aussendung. Bock sei ansprechbar gefunden und von der Rettung ins Spital gebracht worden. Man bitte darum, ihre Privatsphäre zu respektieren. Die Betreuung der Asylsuchenden werde weiter vom Team um Bock uneingeschränkt durchgeführt.

Häme auf Facebook

Gegenüber Bock hat es am Sonntag im Internet Wertschätzung und Häme gegeben. Ein Mitarbeiter der FPÖ-Zeitung hatte - laut Screenshot der Zeitung „Österreich“ - gepostet, dass sich sein Mitleid in Grenzen halte. Reaktion der FPÖ-Pressestelle: Es handle sich um eine wieder zurückgezogene private Meinung.

In der Aussendung der FPÖ hieß es, der Mitarbeiter habe seinen Kommentar auf Facebook mit seinem Ausdruck des Bedauerns gelöscht und betont, dass die Formulierungen unglücklich und missverständlich waren. Er habe eine - mittlerweile wieder zurückgezogene - private Meinung abgegeben, die er in keinem Zusammenhang mit der „FPÖ“ sehen will.

„Trotz der vielen inhaltlichen Differenzen, die die FPÖ mit Ute Bock hat, wünscht die FPÖ Frau Bock die besten Genesungswünsche“, hieß es in der Aussendung. Man werde weiterhin inhaltlich an Frau Bock Kritik üben - nämlich überall dort, wo sie angebracht sei. Eine Verhöhnung ihres Gesundheitszustandes durch die „offizielle“ FPÖ habe jedenfalls zu keinem Zeitpunkt stattgefunden.

Neben Genesungswünschen und Postings wie „alles Gute“ hatten sich andere Forumsbenützer zu Bocks Schlaganfall zum Teil pietätlos geäußert, wie etwa mit „Mal a gute Nachricht“ oder „ ...für die alte Bock ist‘s ohnehin Zeit zu gehen“. (APA/TT.com)