„Ufos sehen wir alle paar Tage“

Zwei steirische Ufo-Forscher halten das kürzlich in Bremens Himmel gesichtete Objekt für keinen Einzelfall. Beinahe täglich machen sie Fotos von Raumschiffen über Knittelfeld.

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© kaliba

Von Judith Sam

Knittelfeld –Vergangenen Montag galt die Aufmerksamkeit der Bremer Polizei weder Dieben noch Einbrechern – die Beamten versuchten ein unidentifiziertes Flugobjekt zu enttarnen. Drei Stunden lang meldete das Radar der Flugsicherung nämlich, dass sich das ominöse Objekt über der deutschen Stadt bewegte. Selbst eine eigene Telefonleitung wurde bei der Polizei freigeschalten, um die Anrufe der Augenzeugen entgegenzunehmen. Handelte es sich um einen unbeleuchteten Helikop­ter oder einen Wetterballon? Während Laien spekulieren, ist Jürgen Trieb bereits einen Schritt weiter: „Das war vermutlich ein Raumschiff.“

Der Steirer zögert mit dieser Vermutung nicht, denn der Ufo-Forscher spricht aus Erfahrung: „Meine Frau und ich fotografieren alle paar Tage ein Ufo am Himmel.“ Die beiden Betreiber einer Gebäudereinigung entdeckten ihre Passion zu fliegenden Untertassen durch Zufall: „2003 stand ich am Balkon, als ich etliche un­identifizierbare Objekte am Himmel sah.“ Die Neugier war geweckt.

Kurzum montierten Trieb und seine Frau Waltraud Kaliba teure, selbst finanzierte Spezialausrüstung auf ihrem Dachboden im steirischen Ort Knittelfeld: „Erscheint ein Objekt am Himmel, verändert es das Magnetfeld und die Gravitation. Spezielle Sensoren erkennen diese Abweichung und aktivieren unsere Kameras und Fotoapparate.“ Laut Kaliba gibt es kleine Ufos, groß wie eine Faust: „Die nennen wir Energiekugeln. Größere Objekte hingegen sind oft mehrere hundert Meter lang.“

Doch damit nicht genug: Manchmal würden die beiden Ufologen sogar die Landeplätze der Untertassen ausfindig machen: „Man erkennt diese daran, dass das Gras Veränderungen aufweist – entweder die Spitzen der Halme sind verbrannt, eingefroren oder das Gras weist krebsartige Geschwüre auf. Und manchmal frieren Seen trotz Plusgraden ein – weil ein Ufo auf ihnen gelandet ist.“

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Dass die Öffentlichkeit auf Statements wie diese eher mit Schmunzeln reagiert als mit Zustimmung, ist für Trieb nichts Neues: „Wir haben unter anderem aus diesem Grund einen Ufo-Workshop initiiert, weil sich viele Menschen von der Gesellschaft einschüchtern lassen und ihre Sichtungen nur uns gestehen – nicht einmal ihrer Familie.“

Der Grund für die Angst vor einem öffentlichen Bekenntnis kommt laut Trieb nicht von ungefähr: „Man versucht, die Existenz von Ufos zu vertuschen, denn sie passt nicht zu unserem Weltbild. Würde man Ufos als gegeben betrachten, ginge das so weit, dass sogar die Bibel umgeschrieben werden müsste.“

Doch das sei nicht der einzige Grund für die Ignoranz: „Österreicher glauben, sie seien sicher, weil der Staat Abfangjäger besitzt. Doch Abfangjäger haben keine Chance, ein Ufo zu stoppen“ ist Trieb überzeugt, auch wenn er keinen Beweis dafür hat.

Man könnte meinen, Trieb und Kaliba stehen mit derart kühnen Überzeugungen alleine da: „Keineswegs. 2013 gab es im Senat in Washington das ,Citizen Hearing‘. Dort erklärten der kanadische Verteidigungsminister, hochrangige Militärs und Astronauten, dass sie von der Existenz von Ufos überzeugt seien.“

Trotzdem würde laut Trieb weiterhin emsig vertuscht: „2013 wurde in Frankfurt ein Ufo gesichtet. Kurz darauf meldete die Presse, es handle sich dabei um die Venus. Das ist eine Lüge, denn zu dieser Zeit war die am nördlichen Sternenhimmel nicht zu sehen.“ Wenig überraschend war für den Ufo-Forscher daher auch die Reaktion auf die Bremer Sichtung eines unbekannten Flugobjekts. Es hieß, dabei habe es sich um ein verirrtes Radar­signal gehandelt.


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