Junge französische Studentin in Kufstein erschlagen

Durch mehrere heftige Schläge auf den Kopf kam die 20-jährige Lucile in der Nacht auf Sonntag ums Leben. Die Suche nach dem Täter läuft auf Hochtouren, aber noch tappt die Polizei im Dunkeln.

Ein 40-jähriger Lkw-Fahrer soll für den Mord an Lucile in Kufstein verantwortlich sein. Die Indizien sind erdrückend.
© Zoom-Tirol

Innsbruck – Jene 20-jährige Studentin, die am Sonntagvormittag tot am Kufsteiner Innufer entdeckt worden ist, fiel einem Gewaltverbrechen zum Opfer.

Wie das Landeskriminalamt bei einer Pressekonferenz Montagmittag bekannt gab, wurde die junge französische Austauschstudentin durch „mehrere heftige Schläge auf den Kopf“ ermordet.

Die 20-jährige Lucile hatte am Samstag gegen 23 Uhr ihre Wohnung in Kufstein - sie lebte mit einer Studienkollegin in einer WG - verlassen und war zu Fuß zu einer Freundin aufgebrochen. Dabei überquerte sie die Innbrücke und ging anschließend auf der Promenade weiter. Diese ist zwar beleuchtet, aber dennoch eher düster. Zudem werde sie auf einer Seite durch Bäume und Sträucher abgeschirmt und sei um die für die Tat infrage kommende Tageszeit nicht besonders frequentiert.

Um 23.45 Uhr habe das Opfer noch mit der Kollegin telefoniert, die sie besuchen wollte, dann riss das Gespräch jedoch ab. Erfolglos probierte die Freundin mehrfach sie zurückzurufen. Weil die Französin am nächsten Morgen nicht in ihre Unterkunft zurückgekehrt war, machten Freunde und Studienkollegen um 9.15 Uhr eine Vermisstenanzeige.

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Die Polizei sperrte den Tatort großräumig ab.
© zoom-tirol

Die Polizei leitete sofort eine Suchaktion ein und fand die Leiche am Sonntag um 10.50 Uhr am Innufer. Die Ermittlungen ergaben, dass die junge Frau mit harten Schlägen durch einem stumpfen Gegenstand umgebracht worden ist. „Worum es sich genau gehandelt haben könnte, wissen wir nicht“, erklärte LKA-Chef Walter Pupp. Sie erlag vermutlich nach kürzester Zeit ihren schweren Kopfverletzungen. Die Tat wurde mit großer Sicherheit in der Nähe des Fundortes der Leiche verübt, wahrscheinlich auf der Promenade.

Unklar sei, ob der Täter die 20-Jährige begleitet habe oder ob sie dort zufällig auf ihn traf, beziehungsweise er dort auf sie gewartet habe, sagte der Ermittler. Jedenfalls entwendete er nach der Tat das Handy und die Handtasche seines Opfers. Eine Handyortung ist jedoch nicht möglich, da das Gerät ausgeschaltet ist. Vermutlich handle es sich um einen Raub mit Tötungshandlung, so Pupp.

Die Suche nach dem Täter läuft derzeit auf Hochtouren, doch bislang tappt die Polizei im Dunkeln. Es gibt derzeit „keine heiße Spur“, auch ein mögliches Motiv konnte bisher durch Befragungen im Umfeld nicht herausgefunden werden. Deshalb bittet das LKA mögliche Zeugen oder Personen, die in der Tatnacht verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, dringend sich zu melden.

Die Spurensicherung des LKA Tirol am Kufsteiner Innufer.
© zoom-tirol

Hinweise auf ein Sexualverbrechen gebe es nicht, auch wissen die Beamten nicht ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Ob es brauchbare DNA gibt, würden die weiteren Ermittlungen zeigen.

Die Ermittler konzentrierten sich derzeit neben der Spurenauswertung auf die Rekonstruktion der letzten Stunden der jungen Frau. Zudem sollen weiterhin Freunde und Bekannte befragt und ihr Umfeld durchleuchtet werden.

Die Tasche ist aus bunten weichen Lederstreifen mit Reißverschluss und Tragegriffen und ist etwa 50 mal 30 Zentimeter groß.
© LKA Tirol

In einer Aussendung teilte die Polizei am Montagnachmittag mit, dass sie nach der Tasche des Opfers suchen würden. „Bei Auffindung der Tasche sollte diese keinesfalls berührt werden und umgehend das Landeskriminalamt (Tel. 059133/703333) oder die nächstgelegene Polizeidienststelle verständigt werden.“

Die 20-Jährige stamme aus der Gegend von Lyon und war im Zuge eines studentischen Austauschprogramms seit vier Monaten in Kufstein, hieß es. Sie habe in einer Wohnung in der Münchnerstraße gewohnt. Laut derzeitigem Ermittlungsstand lebte die junge Frau in keiner Beziehung. (siha, sami, TT.com)

Nachlese: TT-Online berichtete in einem Live-Ticker von der Pressekonferenz.

Pressekonferenz des LKA

+++ Ticker beendet +++

12:21 Uhr

Eine Zusammenfassung folgt in Kürze.

12:19 Uhr

Das Handy könne derzeit nicht geortet werden, da es nicht aktiv sei. Möglicherweise wurde es in den Inn geworfen.

12:18 Uhr

Es gibt keine Hinweise auf ein Sexualverbrechen. Es gibt derzeit noch kein Motiv und die Ermittler wissen auch noch nicht, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt. Nicht nur das Handy, sondern auch die Handtasche der jungen Frau fehlte. Ob es brauchbare DNA gibt, werden die weiteren Ermittlungen zeigen.

12:13 Uhr

Die junge Frau habe mit einer weiteren jungen Frau in einer WG gewohnt. Die Tatzeit sei etwa 0.00 Uhr, der Fundort der Leiche liege wohl im unmittelbaren Umfeld zum Tatort.

12:10 Uhr

Es ist geplant, weiterhin das Innufer abzusuchen, auch um möglicherweise das Handy der Frau zu finden. Die Polizei ersucht mögliche Zeugen, die in der Nacht auf Sonntag verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich zu melden. Es gibt derzeit keine heiße Spur. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, auch die Befragungen im Umfeld.

12:08 Uhr

Die Ermittler wissen nicht, ob die Frau alleine unterwegs war. Zum Täter gibt es nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Hinweise.

+++ Junge Frau wurde ermordet +++

12:07 Uhr

Das Handy der jungen Frau fehlte. Die Obduktion hat ergeben, dass die junge Frau ermordet worden ist, durch mehrere heftige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf.

12:06 Uhr

Vergeblich versuchte es die Kollegin mehrmals, erreichte sie aber nicht mehr und erstattete am nächsten Tag eine Vermisstenanzeige. Eine Suchaktion wurde eingeleitet und um 10.50 Uhr am Sonntag wurde die junge Frau tot am Innufer aufgefunden.

12:05 Uhr

Die junge Frau hat vermutlich um 23 Uhr ihre Wohnung verlassen, zu Fuß über die Innbrücke gegangen und dann in die Innpromenade eingebogen. Die Promenade sei beleuchtet, aber dennoch eher düster. Um 23.45 Uhr habe sie mit einer Studienkollegin telefoniert, die sie in der Salurnerstraße besuchen wollte. Kurz danach sei dann der Kontakt abgebrochen, die Freundin versuchte zurückzurufen, aber die junge Frau hob nicht mehr ab.

12:03 Uhr

Im Zuge einer polizeilichen Suchaktion nach einer abgängigen Vermissten wurde die junge Frau aufgefunden, erklärt der Polizeisprecher. Die Frau sei aus der Nähe von Lyon und war im Zuge eines Austauschprogrammes an der FH Kufstein. Seit vier Monaten war die Frau in Kufstein wohnhaft.

12:02 Uhr

Die Pressekonferenz beginnt.

11:22 Uhr

Die Live-Berichterstattung von der Pressekonferenz startet um 12 Uhr.


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