Pensionierter US-Polizist erschoss Kinobesucher wegen SMS

Ein 43-Jähriger schrieb vor Filmbeginn eine SMS an seine kleine Tochter. Ein pensionierter Polizist fühlte sich gestört, es kam zum Streit. Dann zog der 71-Jährige eine Waffe und tötete den Familienvater.

© APA/Hans Klaus Techt

Florida – In einem US-Kino hat ein Mann einen anderen Besucher erschossen, weil der mit seinem Handy eine SMS erstellte. Die Partnerin des Opfers wurde durch Schüsse verletzt, wie der zuständige Sheriff Chris Nocco in Tampa (Florida) mitteilte. Nach seinen Angaben saß der Schütze gemeinsam mit seiner Ehefrau eine Reihe vor einem 43-Jährigen, der während der Werbung vor Beginn des Streifens „Lone Survivor“ eine SMS schrieb und versendete.

Die damit verbundenen Geräusche störten den 71-Jährigen offenbar so sehr, dass er das Feuer eröffnete. Wie die New York Times berichtet, handelte es sich bei dem Schützen um einen Polizisten im Ruhestand. Er wird nun wegen Mordes angezeigt. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die beiden sich kannten“, sagte Nocco dem TV-Sender CNN am Montag.

Streit eskalierte

Kurz vor Beginn des Films habe der 71-Jährige mehrmals das spätere Opfer aufgefordert, mit dem Tippen aufzuhören. Er stürmte aus dem Saal, um einen Verantwortlichen des Kinos zu suchen, kam aber alleine zurück. Der 43 Jahre alte Mann erklärte daraufhin, er würde nur seiner dreijährigen Tochter kurz schreiben, sagte ein Augenzeuge gegenüber lokalen Fernsehsendern. Sekunden später sei der Streit erneut aufgeflammt. „Beide erhoben ihre Stimmen, es sah so aus, als würden sie aufeinander losgehen. Dann warf jemand mit Popcorn - und peng, er wurde erschossen“, beschrieb der Augenzeuge. Eine Krankenschwester, die ebenfalls im Kino saß, leistete Erste Hilfe, doch für das Opfer kam jede Hilfe zu spät.

Im Juli 2012 hatte ein Amokläufer während einer Kinopremiere in Colorado zwölf Menschen erschossen und 58 verletzt. (tt.com, dpa)

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